My Big TOE - Book 1 Section 1 - German Translation

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MY BIG TOE

Buch 1:


E r w a c h e n

Abschnitt 1

Wahn oder Wissen


Ist dieser Typ verrückt oder was?


Abschnitt 2


Mystizismus entmystifiziert


Die Grundlagen von Realität


Abschnitt 1

Wahn oder Wissen


Ist dieser Typ verrückt oder was?


1
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Einführung in Abschnitt 1

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Es mag unnötig und nebensächlich erscheinen mit einer teilweisen Biografie des Autors zu beginnen. Gewöhnlich wird der Hintergrund des Autors innerhalb von ein paar Absätzen im Einschlag des Buchumschlages adäquat dargestellt. Hier ist es allerdings notwendig das Abenteuer beim Verständnis des Ursprungs der Erfahrungen des Autors zu beginnen. Wenn sie nichts über mich wissen könnte der Rest dieser Bemühung an der konzeptuellen Weinrebe verdorren bevor sie reif wird. Diese Trilogie bringt eine Theorie über Alles aus einer übergeordneten Perspektive (prägnanter: Big TOE) auf den Weg, die eine umfassendes Modell der Realität enthält – so wie das jede Big TOE tun muss.

Weil My Big TOE so ungewöhnlich ist und sich weit entfernt von den Denkmustern, die sie gewöhnlich benutzen bewegt, ist es wichtig dass sie ein Verständnis des Samen, der Erde und der Wurzeln aus der diese Darlegung entsprang bekommen. Die Kenntnis der Ursprünge und der natürlichen Anlagen aus denen sie geformt wurde kann helfen den Kontext herzustellen, der notwendig ist um die Authentizität von My Big TOE bewerten zu können.

Diese Trilogie repräsentiert ein Arbeitsmodell eines größeren Realitätsbildes basierend auf Daten, die ich während meines bisherigen Lebens in sorgfältiger wissenschaftlicher Untersuchung gesammelt habe. Abschnitt 1 beschreibt, wie mich das Schicksal auf diese höchst ungewöhnlichen Pfad brachte um mich dann den außergewöhnlichen Erfahrungen auszuliefern die notwendig waren um die Konzepte auf diesen Seiten zu formulieren.

Die Absicht ist, ihnen einen Einblick zu geben, wer ich bin, woher ich komme, und wie ich schließlich zu so einer ausgefallenen Big TOE kam. In dieser Trilogie geht es um Realität, nicht um meine Biografie, bitte verzeihen sie mir deshalb wenn ich hier und da in meinem Leben etwas überspringe und schnell Dinge überfliege die sie gerne im Detail erklärt hätten. An dieser Stelle ist ein kurzer Ausflug in die prägenden Jahre ausreichend. Ich will nicht die letzten zwanzig Jahre meines Werdegangs beschreiben, sondern mich stattdessen auf die zehn Jahre vorher konzentrieren. Das war die Zeit als die Form entstanden ist und die Richtung, in die mein Leben gehen sollte, eingeschlagen wurde.

Obwohl ich während der letzten dreißig Jahre viel gelernt habe, gereift bin und an Weisheit gewonnen habe, wie das im zunehmenden Alter üblich ist, habe ich, seit jene Ereignissen passierten die ich mit ihnen teilen werde, meine grundsätzliche Haltung zu Lernen, Wissen oder der Wissenschaft nicht geändert.


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Hey Sie, wollen sie das Meditieren lernen?

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Wie konnte ein netter Wissenschaftler wie ich so enden? Meine Familie hatte keine ungewöhnlichen Interessen, wir waren durch und durch normal. Vielleicht waren wir auch etwas problemloser als normal aber wir hatten von unseren Wurzeln her nichts Seltsames an uns. Es lief gut auf der Hochschule, und ich schloss in den zwei Hauptfächern Physik und Mathematik ab. Dann im Aufbaustudium machte ich einen Masterabschluss in Physik und begann an meiner Promotion zu arbeiten. Ich bestand die Vorexamen und Qualifizierungen auf Anhieb und lies mich für die Forschung zu meiner Doktorarbeit auf dem sehr spezialisierten Feld der experimentellen Nuklearphysik nieder. Es war 1968 und Ich war der typische dreiundzwanzigjährige Physiker – extrem verkopft, von meinen Gefühlen entfremdet, analytisch, präzise, neugierig und vor allem intellektuell motiviert und gesteuert.

Nirgends das kleinste Anzeichen von Seltsamkeit. Sollten sie jemals einen kecken jungen Physiker getroffen haben dann wissen sie vielleicht, dass diese dazu tendieren etwas ungewöhnlich zu sein – als etwas abgehoben von der Norm könnte man dies höflich umschreiben. Wenn sie nicht so höflich sind und nicht von ihrer dominanten intellektuellen Art eingeschüchtert oder erdrückt wurden dann würde eher „arrogant“ als „ungewöhnlich“ das treffende Adjektiv sein das einem natürlicherweise in den Sinn kommt.

An einem warmen Tag im Spätfrühling 1971, als ich in das Physikgebäude ging um eine Vorlesung für Studenten im Vordiplom zu halten, bemerkte ich ein großes Poster das für kostenlosen Unterricht in transzendentaler Meditation warb – oder um es einfacher auszudrücken: in TM wie es die meisten bezeichnen würden. Für einen Studenten im Aufbaustudium ist Armut ein normaler und gegebener Umstand. Konsequenterweise erweckte alles was kostenlos war mein Interesse. „Beherrschen sie ihren Geist“ stand in großer Blockschrift auf das Poster geschrieben. „Lernen sie sich zu entspannen und ihren Blutdruck zu senken.“

„OK“ dachte ich, „das ist ja ganz nett aber wen interessierts?“ Ich fuhr fort es zu lesen.

„Verbessern sie ihre Konzentration und vermindern sie Ihr Schlafbedürfnis“

Was! Ich las diese Zeile noch mal. Nun war es interessant und kostenlos.

Ein paar Tage später nahm ich an einer kostenlosen Schulung teil. TM wurde als Wissenschaft präsentiert. Technik und Resultate, Stimulation und Reaktion. Es gab keine Theorie. Man führt diesen unkomplizierten Meditationsprozess regelmäßig aus und physiologische Vorteile entstehen automatisch – das war die Regel. Es gab keine Abhängigkeit von östlicher Philosophie, Mystizismus oder irgendeinen Glaubenssystem – oder in andern Worten, gab es nichts irres. Diese Sorte Hokuspokus war nur etwas für leichtgläubige Naivlinge mit unkontrollierbaren emotionalen Bedürftigkeiten.

Die zwei TM Lehrer untermauerten ihre Aussagen mit einigen scheinbar seriösen Forschungsarbeiten und informellen Studien ehrenwerter Personen von ehrenwerten Institutionen. Es schien einfach- für den spezial Studenten Beitrag von $20 würde ich in vier Stunden die über die Woche verteilt waren das Meditieren lernen. Bessere Konzentration, klares Denken, verbesserte Gedächtnisleistung, Stressreduktion und ich würde weniger Schlaf brauchen – alles für $20 und in vier Stunden.

Ich war skeptisch, aber wenn es nur halb so gut funktionieren würde wie die Lehrer behaupteten würde es eine gutes Investment für jeden Studenten sein. In jenen Tagen waren $20 eine Menge Geld – eine beträchtliche Summe für einen hart arbeitenden Studenten. Aber dennoch es war in den Siebzigern, ich war Student und ein kurzer Abstecher zu den wilden Seiten des Lebens – etwas zu tun was konträr zur etablierten Kultur stand- erschien geradezu Pflicht zu sein. Ich trug mich ein.

„Folgen sie einfach diesen Anweisungen“, sagte der TM Typ mit einem freundlichen lächeln zu mir, während er mir einen Stapel Papier aushändigte und meinen Scheck entgegennahm.


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Die heilige Banane

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Eine Woche später war ich auf dem Weg zum TM Zentrum um meinen persönlichen Meditationston, ein sogenanntes Mantra zu bekommen. Sie versprachen, dass es weniger als fünf Minuten dauern würde – kurz vorbeikommen, das Mantra in Empfang nehmen, dann an den vier Trainingssitzungen teilnehmen – was könnte einfacher sein?

Den Anweisungen entsprechend, tauchte ich am vereinbarten Tag an jenem heruntergekommenen Haus auf und brachte ein sauberes Taschentuch und eine Banane mit. Ein sauberes Taschentuch und eine Banane? Was für ein Blödsinn! Ich begann zu zweifeln ob das was ich da gerade tat klug war und fühlte mich mehr als blöd während ich so mit einer Banane und einem Taschentuch auf das Haus zuging. Jemand der eine frische frucht und ein Taschentuch braucht um mich in Meditation zu unterrichten war entweder durchgeknallt oder ein Betrüger. Das war das erste Anzeichen von Seltsamkeit. Ich hatte ernsthaft erwogen ohne das Taschentuch und die Frucht aufzutauchen – nur um zu sehen was passiert- aber mein Realismus hat gesiegt. Ich entschied mich stattdessen, dass es die bessere Strategie wäre, mich über sie lustig zu machen. Ihre alberne Forderung erschien sowieso harmlos, und was wichtiger war, sie hatten bereits meine $20.

„Was soll das mit der Banane?“ Fragte ich spöttisch, und hielt der ersten Person die ich sah die Banane unter die Nase. „Was haben Früchte mit Meditation zu tun?“ fragte ich. „Niemand hat in den Unterweisungen die ich besucht habe jemals etwas über Früchte und Taschentücher gesagt – das kommt mir etwas albern vor.“ Die Person an die ich mich gewendet hatte war offensichtlich nicht der streng wissenschaftliche Typ. Er war genauso ahnungslos wie ich aber die Frage über den Zusammenhang zwischen Früchten, Meditation und Taschentüchern hat sich ihm offensichtlich nie gestellt. Ich fand das schwer zu verstehen.

Seine Antwort war ein übertriebenes Schulterzucken, gefolgt von einem breiten Lächeln. Es war offensichtlich dass der Typ einfach machte was man ihm sagte ohne darüber nachzudenken. Wer wunderte sich wahrscheinlich warum ich so einen Aufstand wegen einer Banane machte die weder teuer noch schwierig zu bekommen war. Es schien, dass ihn meine Direktheit etwas verlegen machte und ihm Missbehagen bereitete. Ich drehte mich weg und wunderte mich im Stillen wie jemand so unkritisch und gedankenlos, gegenüber dem was sie taten, sein konnte. Es gab da aber etwas vertrautes in dem Grinsen – ich lachte leise mit großer Heiterkeit und fragte mich ob er vielleicht mit Alfred E. Neumann (Coverboy der Satirezeitschrift MAD. Anm. des Übersetzers) verwandt war.

Etwa zehn Personen standen oder saßen im Wartebereich. Ich fand eine Ecke in der ich stehen blieb und meine Frucht festhielt, wie die anderen auch. Schließlich war ich an der Reihe. „Für was ist die Banane gut“ Fragte ich bei der erstbesten Gelegenheit. Der Angesprochene erklärte dass sie (die TM Organisation) eine Art Zeremonie hatten und er verpflichtet sei diese durchzuführen. Die Frische Frucht repräsentierte eine die traditionelle Opfergabe die ein Schüler seinem Lehrer brachte.

„Was machen sie mit all den Früchten?“ fragte ich. In meiner Phantasie stellte ich mir einen riesigen Haufen verottender symbolischer Früchte vor – ein trauriges verschwenderisches Zeugnis der Nutzlosigkeit zeremonieller Gesten.

„Wir essen sie“ sagte er mit einem Lachen.

Nun verstand ich, es war lediglich ein Weg kostenlose Lebensmittel zu bekommen. Wenn sie einen Aufschlag in Form einer Banane auf die $20 wollten, damit sie zum Frühstück etwas zu essen hatten, nun, dann war das in Ordnung für mich. Nichtsdestotrotz hätte ich es vorgezogen wenn sie etwas unkomplizierter gewesen wären.

Der Mann der mir gegenüberstand war ungefähr in meinem Alter, gut gekleidet, leise sprechend und schien intelligent und seriös – Er sah nicht aus wie einer der Früchte ergaunert. Möglicherweise liegt es nicht an denen, überlegte ich, vielleicht wussten die Leute, die dieses Business anfingen, dass sie eine schwierige Zeit haben werden um über die Runden zu kommen. Ich lies den Gedanken los. Nachdem ich das Bananenproblem gelöst hatte wendete ich mich der nächsten Angelegenheit zu – der bevorstehenden Zeremonie.

In der Absicht hilfreich zu sein, bot ich meinem Initiator konstruktive Kritik an. Ich sagte ihm dass ich der Meinung war, dass jede Zeremonie komplett irrelevant sei und dies von den rationellen Eindruck, den sie während dem öffentlichen Meeting so sorgfältig präsentierten, verzerren würde. Er nickte höflich zustimmend, um mir anzudeuten dass er die Diskrepanz zugab, erwiderte aber weiter nichts.

„Ich muss die Zeremonie machen“, sagte er ruhig.

Es war offensichtlich, dass es ihm egal war was ich über seine Zeremonie, oder irgendetwas anderes dachte – es war eben so wie es gemacht werden musste. Er Sah mich fragend an, ob ich ihm erlauben würde fortzufahren. „OK“, sagte ich, „Es ist keine große Sache, fahren sie mit ihrer Zeremonie fort, wenn sie sich danach besser fühlen. Ich werde mitmachen solange keinen Glauben bekennen oder irgendwelche Versprechungen machen muss.“ Er lächelte mich amüsiert an und willigte sofort ein.

Auf seine Anweisung hin knieten wir uns nebeneinander auf eine kleine Decke in der Mitte des Küchenbodens. Vor uns lag auf dem Boden die Banane im Zentrum des sauberen weißen Taschentuches, das auf einem kleinen Tablett drapiert war – der Altar des kleinen Mannes, ohne Zweifel. Der Instruktor sang etwas Sanskrit Kauderwelsch (zumindest behauptete er das) für ein paar Minuten, dann war er für etwa 30 Sekunden still, und sagte mir schließlich mein Mantra. Ich wiederholte es mit ihm zusammen ein paar mal, bis ich es richtig machte. In weniger als drei Minuten wurde mir mein persönliches, geheimes Mantra gegeben das ich mir auch sorgfältig eingeprägt hatte (und das möglicherweise von noch ein paar Millionen Menschen mit mir geteilt wurde).

Ich wurde mit einigen anderen in einen großen Raum gebracht und angewiesen, still mit dem Mantra zu praktizieren damit ich es nicht vergesse.

„Wiederhole es einfach wieder und wieder im Geiste für etwa 20 Minuten“ sagte er mir. „Das ist alles, danach kannst du gehen – vergiss nur nicht, dass du zum ersten Übungstreffen kommst“.

„Was für ein Schwachsinn“, dachte ich, „ich habe $20 und eine Banane bezahlt für dieses magische Sanskrit Mantra? Was könnte die Wiederholung einer Wort-Schwingung für meinen Geist tun?“

Ich erwartete gar nichts, aber da ich nun mal da war, entschloss ich den Anweisungen zu folgen und dem Ganzen eine Faire Chance zu geben. Die zwanzig Minuten Praxis vergingen zuerst recht langsam, aber dann driftete ich weg in ein angenehmes Nichts. Plötzlich bemerkte ich dass einige der Anfänger die weit hinter mir in der Schlange waren den Raum verließen. „Wahrscheinlich denken sie auch, dass es Schwachsinn ist und bleiben nicht hier um zu praktizieren“, grübelte ich. Ich schaute auf meine Uhr. „Wow“! Es war lange Zeit zu gehen- Ich praktizierte mehr als 45 Minuten! Ich überprüfte die Urzeit nochmals, nur um sicherzugehen. Ich wollte aufstehen und gehen, aber ich konnte mich nicht bewegen. Mein Körper weigerte sich einfach meinem Willen und meiner Anstrengung zu folgen, das war noch nie passiert. Meine Gliedmaßen waren so schwer als ob ich für eine lange Zeit geschlafen hätte, dennoch war ich überzeugt, dass ich ununterbrochen bewusst war – Ich war nicht eingeschlafen. „Das ist unheimlich“, dachte ich, während ich meinen sich dick, viskoseartig anfühlenden halbfesten Körper zwang langsam aufzustehen und zu gehen. Hmmmmm, könnte sein dass doch etwas dran war, und ich das umsetzen konnte. Oder ich war lediglich doch müder als ich dachte. Das war keine gute Erklärung, ich hatte die Nacht zuvor mehr geschlafen als gewöhnlich. „das ist interessant“, dachte ich, „sehr interessant!“

Ich hatte etwas sonderbares, oder zumindest etwas abgefahrenes gemacht, und etwas unheimliches erlebt (mein erster Ausflug in den inneren Raum) und das alles innerhalb einer einzigen Stunde. Ich blieb skeptisch, was meine Natur war (und ist), aber ich blieb unvoreingenommen. Es lagen ja noch die vier einstündigen Übungen vor mir und meine Neugierde wuchs. Ich hatte unbestreitbar etwas dramatisch ungewöhnliches erlebt. Aus dieser Erfahrung, zusammen mit meiner schottischen Abstammung und der Tatsache, dass meine $20 unwiederbringlich weg waren erwuchs die notwendige Verpflichtung diesem TM Abenteuer bis zum Ende zu folgen.


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Behalte diesen ersten Schritt im Auge, es nämlich ein großer!

Zwei Tage später besuchte ich meinen erste Übungsunterricht. Wir wahren ungefähr fünfzehn Teilnehmer und saßen auf unkomfortablen grauen Metallstühlen. Ich sah in die Runde um meine Kollegen einzuschätzen. Wir waren einerseits bunt gemischt, aber andererseits eine normalaussehender Haufen von leger gekleideten Studenten. Ich hoffte etwas außergewöhnliches und nützliches zu lernen, gleichzeitig konnte ich es kaum glauben und schämte mich fast, dass ich zwanzig gute Dollars ausgegeben hatte um bei diesem indischen Meditationszeugs mitzumachen. Der Lehrer sah aus wie wir, außer dass er kürzere Haare hatte, sauber rasiert war und besser angezogen – offensichtlich kein Student. Er erzähle uns über TM, erklärte die Technik die wir nutzen sollten um das Mantra im Geiste halten konnten und beantwortete unsere Fragen.

Alles war Prozessorientiert. Keine Theorie, keine Zeremonien, die heilige Bananen benötigten, kein metaphysischer Hokuspokus- pure Technik. So mochte ich es. Ich wusste dass es einen indischen Yoga-Typen gab mit einem langen Namen und einem passenden Bart, der Anführer der TM Bewegung war, aber niemand erwähnte ihn jemals. Außer der Tatsache, dass dieser sogenannte Guru mir diese Meditationstechnik durch seine Organisation verkauft hatte, war weder er noch seine Organisation relevant für das was ich damit machen konnte. Ich überprüfte diese Tatsache klipp und klar sobald der Lehrer Fragen zuließ. Die einzige Bedingung war, dass ich das Mantra nicht an andere weitergeben oder verkaufen durfte. Ich vertraute instinktiv nichts was geheim gehalten werden sollte, aber diese Einschränkung erschien mir annehmbar. Die TM Leute verbargen nichts vor dem prüfenden Licht einer offenen kritischen Prüfung, sie behüteten eher die Quelle ihres Einkommens und ihrer frischen Früchte. Ich sah es als Copyright oder Patent- eine das Einkommen absicherndes, intellektuelles Eigentum das durch Geheimhaltung geschützt werden sollte - kein Problem.

Schließlich war die letzte Frage beantwortet und es war an der Zeit unsere Meditationstechnik zu praktizieren. Ich sank in meinen Metallstuhl, versuchte vergeblich eine komfortable Position zu finden und begann meinen Geist mit meinem Mantra zu beschäftigen. Innerhalb von ein paar Minuten war ich nichts als ein Bewusstseinspunkt der in einem leeren Nichts existierte, frei schwebend, nichts tuend, als bewusster Geist ohne Begrenzung oder Form. Keine Gedanken, kein Körper, kein Stuhl, kein Raum, kein Lehrer – Nichts. Es war eine bemerkenswert angenehme Erfahrung bis ein einzelner Gedanke begann diesen umfassenden Frieden und die Ruhe zu stören: „Oh... ich mache das nicht richtig, ich sollte doch an das Mantra denken!“ Dieser eine kritische Gedanke unterbrach mein ansonsten Gedankenfreies Fließen im inneren Raum. Ich musste auf meine Aufgabe zurückkommen indem ich mein Mantra dachte. Plötzlich stürmte die Wahrnehmung der äußeren Welt auf mich ein und erschrak als ich realisierte, dass ich nicht nur einen Körper hatte, in einem Raum mit einem Lehrer, sondern auch gerade dabei war vom Stuhl zu fallen!

Notfall! Notfall! Mein innerer Alarm ging los. Schnell versuchte ich mich aufzurichten. Mein rechter Fuß schoss ungeschickt vorwärts und ruckte meinen Körper ind Gleichgewicht. „Uff! Das war knapp, ich wäre beinahe wie ein nasser sack am Boden aufgeschlagen, Wäre das nicht eine Schau gewesen.“ Dachte ich bei mir nachdem ich sicher war, dass ich mein Gleichgewicht erfolgreich wiedererlangt hatte. In meiner Vorstellung sah ich mich dumpf auf dem Boden aufschlagen und dadurch ein Durcheinander auslösen. Mein nächster Gedanke war praktischer. „Du meine Güte, ich hätte mir meinen Kopf anstoßen können, Meditation ist gefährlich“. Ich machte einen mentalen Vermerk, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Fast gleichzeitig begann der Lehrer zu sprechen.

„Kommt zurück,“ sagte er, „die Übungszeit ist vorüber“.

„Großartig,“ dachte ich sarkastisch, „er hat es bemerkt und kürzt nun die Übungszeit von allen weil ich beinahe vom Stuhl gefallen wäre.“ Ich sah auf, und zu meinem Erstaunen war der Lehrer mit einem Gespräch mit einem Schüler der auf der entgegengesetzten Seite des Raumes saß beschäftigt. Er schien meine Beinahe-Katastrophe überhaupt nicht bemerkt zu haben.

„Die Zeit ist um,“ sagte er.

Ich schaute auf meine Uhr. Was! Das ist unmöglich! Ich habe gerade zwanzig Minuten meines Lebens verloren, wo bin ich gewesen?

„Irgendwelche Fragen?“ fragte er die Gruppe.

Ich hob meine Hand. „Wie verhindern sie, dass sie vom Stuhl fallen?“ fragte ich. Alle lachten. Ich meinte es ernst, es war mir nicht sofort klar, dass meine Erfahrung ungewöhnlich war. Ich glaube, dass er diese Frage vorher nie gestellt bekommen hatte will er überrascht dreinschaute und nicht wusste was er sagen sollte.

„Was ist passiert?“ fragte er.

„Ich begann mit dem Mantra, dann wurde alles leer, es war schön, aber als mir klar wurde, dass ich das Mantra nicht mehr wiederholte fiel ich fast vom Stuhl und die zwanzig Minuten waren schon nach nur ein paar Minuten vorbei.“ Alle lachten wieder, einschließlich dem Lehrer. Mir wurde plötzlich klar, dass, was ich sagte, sich durcheinander, orientierungslos oder dumm anhörte (sie können es sich aussuchen) und dass niemand sonst eine Erfahrung wie ich hatte.

„Volltreffer – diese Meditation ist wirklich abgefahren,“ dachte ich. Die Frage-Antwort Sitzung wurde schnell abgewickelt. Uns wurde gesagt, wir sollten die Meditation zweimal täglich je zwanzig Minuten lang praktizieren. Er legte den Termin für unser nächstes Treffen fest und wir wurden entlassen. Ich hatte zweimal meditiert (oder versuchte es zumindest) und hatte jedes Mal eine seltsame Erfahrung dabei. Was würde das nächste Mal passieren? Fragte ich mich. Es war aufregend, etwas schien zu passieren. Mein Intellekt und meine Neugierde waren geweckt. Ich wollte experimentieren. Ich wollte wissen ob etwas greifbares dran war, ob es so funktionieren würde wie behauptet wurde. Wenn das so wäre, was könnte ich dann noch damit machen?

Die restlichen Übungsstunden glichen der ersten, außer, dass ich in einem Stuhl neben der Wand saß, in einem Winkel in dem ich nicht herausfallen konnte. „Ich muss Sicherheitsgurt und Helm tragen, oder einen größeren Stuhl finden“, dachte ich belustigt. Sofort sah ich in meiner Phantasie in einem Metallstuhl vor einem großen Gebläse sitzen. Ich war in der Mitte eines ansonsten leeren Raumes, trug Sicherheitsgurt, Helm, Brille, und einen Schal der hinter mir im Wind flatterte (deshalb brauchte ich das Gebläse). Ich amüsierte mich königlich und grinste breit über die bizarre Szene. Ich dachte sofort an Snoopy das Flieger-Ass, wie er auf dem Dach seiner Hundehütte sitzt und den Roten Baron in einen imaginäre Luftkampf mit seinem Sopwith-Camel Doppeldecker verwickelt. Ich sah oft Bilder wie diese. Manche waren lustig, manche hilfreich. Sie dauerten nie länger als ein paar Sekunden und verschwanden so schnell wie sie gekommen waren.

Mit jedem Übungsunterricht erreichte ich den Zustand, als Bewusstseinspunkt in einem puren Zustand der Existenz zu schweben leichter und er wurde vertrauter. Schnell lernte ich durch systematisches Ausprobieren, den leeren Zustand mit kontrollierten Visualisierungen zu kombinieren. Die beiden erscheinen unvereinbar, sind es aber nicht.

Zwei Monate später meditierte ich zweimal am Tag, während ich sorgfältig darauf achtete meinen Körper nicht in eine so zu positionieren, dass er fallen könnte. Die Bewusstseinspunkterfahrung hielt an. Es war immer angenehm. Ich wollte immer länger in dem Zustand bleiben aber ich war sehr beschäftigt. Ich fand es belebend, es schien meine Energie zu erhöhen. Meine größte Überraschung war, dass Meditation fachlich produktiv sein konnte! Indem ich die Visualisierungen anhängte stellte sie sich als großartiger Platz um zu arbeiten heraus.

Ich konnte physikalische Probleme lösen, Design Experimente durchführen, wissenschaftliche Forschungsdaten analysieren und zehnmal schneller und mit besseren Ergebnissen einem Programmiercode schreiben oder darin Fehler beseitigen während ich in dem Punkt-Bewusstseinszustand war als im normalen Bewusstseinszustand. Wenn sie einmal eine Woche lang vergeblich einen Fehler in ihrer Berechnungssoftware gesucht haben, heimgehen, und das Problem innerhalb von zehn Minuten Meditation lösen (nicht indem sie sich im Geiste vorstellen sie hätten es gelöst sondern es tatsächlich lösen) .... nun dann wissen sie, dass sie etwas gefunden haben, das eine reale Auswirkung hat - und von wirklichen Wert.

Diese Art von unlogischer aber produktiven Erfahrung trat nicht nur zuverlässig auf, denn sie geschah nicht nur ein oder zweimal, sondern wurde zu einer verlässlichen Routine. Schließlich wartete ich nicht mehr bis alle normale Methoden und Bemühungen versagten, bevor ich mich der Meditation zuwendete. Es funktionierte genauso wenn ich gleich versuchte mir einen riesigen Zeitaufwand und große Anstrengung zu ersparen indem ich die ersten drei Schritte des Prozesses übersprang. Harte Arbeit, Überstunden, Frustration und Verzweiflung waren nicht länger Voraussetzung um komplizierte und komplexe Programmier- und Physikprobleme zu lösen.

Ich war überrascht und erfreut, dass Meditation einen direkten objektiven und praktischen wert hatte. Das war eine unerwartete Entdeckung. Ich testete es immer wieder und dann begann ich mich darauf zu verlassen. Es sah so aus als ob ich klüger geworden wäre und die anderen Studenten bemerkten das. Sie machten Bemerkungen über die Veränderung meiner Leistungsfähigkeit. Nun kamen sie, viel öfter als zuvor, um ihre Forschungen zu diskutieren und damit ich ihnen bei der Fehlersuche in ihren Programmiercodes half. Ich erzählte ihnen über TM aber niemand hatte das Bestreben es auszuprobieren. Das überraschte mich. Aus einem unerfindlichen Grund hatte ich angenommen das Physiker offener sind. Meditation schien einen zu großen Schritt aus der Komfortzone ihres persönlichen und kulturellen Glaubenssystemes zu erfordern. „Nun gut es ist deren Schaden“, dachte ich. Zu dieser Zeit wusste ich es noch nicht aber ich war dabei etwas merkwürdig zu werden. Ich war, zumindest erschien es so, ungewöhnlich offen und aufgeschlossen. Meine Perspektive und meine Realität erweiterten sich.

Bis zu dieser Zeit dachte ich dass eine sinnvolle Existenz auf eine funktionsfähige Realität begrenz war. Soll heißen, wenn man etwas messen kann, ist es real. Um etwas messen zu können muss ein Ding mit unseren Sinnen interagieren oder mit einem Apparat, der mit unseren Sinnen interagiert. Wenn es nicht messbar ist (kann nicht mit uns oder Apparaten interagieren) dann ist dessen Realität oder Existenz (oder der Mangel an diesen) irrelevant. Es war so einfach. Die Dinge waren entweder operativ real oder irrelevant. Dinge, die nicht messbar sind aber von messbaren Dingen abgeleitet werden können fallen in die Grauzone der Vermutung. Alle Theorien und Hypothesen fallen in diese Grauzone.

Grauzonen sind akzeptabel als konzeptuelle Konstruktionen und Ideale, dürfen aber nicht mit realen Dingen verwechselt, oder zu ernst genommen werden. Die primäre Aufgabe eines akademisch forschenden Wissenschaftlers ist es genügend gültige, wiederholbare Messdaten zu sammeln um eine graues theoretisches Konstrukt in ein wirkliches Objekt oder einen realen Effekt zu überführen.

Zu dieser Zeit passte alles wie quantenmechanische Wellenpakete, schwarze Löcher, Quarks, Gerechtigkeit und Liebe, in diese Grauzone. Es ist wichtig hypothetische Dinge nicht mit realen Dingen zu verwechseln sonst enden sie indem sie ihren eigenen Schwanz nachjagen oder die Eigenschaften der Festigkeit zu Rauch halluzinieren. Mein Geist war nicht verschlossen, ich lies die Möglichkeit neuer Information zu. Mit ausreichend realen Messdaten könnte jemand eventuell etwas wie schwarze Löcher aus der Sphäre des hypothetischen in die Sphäre der Realität bringen – aber nur mit einer ausreichen guten Qualität der Daten. Diese Haltung von mir hat sich niemals geändert. Ich fühle immer noch so, arbeite so und benutze diese Methode um das was real ist von Nichtrealem auseinander zu sortieren.

Nun hatte ich meine Philosophie der Realität geändert. Es gab Dinge, die nicht messbar waren aber dennoch funktionell Anwendbar sind (einschließlich meines Meditationszustandes der genauer als veränderter Bewusstseinszustand definiert wird) und in die Kategorie von subjektive Erfahrung mit objektiven Ergebnis fallen. Man kann diese unmessbaren Bewusstseinszustände benutzen um sie an messbaren Dingen anzuwenden. Ich hatte gezeigt, dass ein veränderter Bewusstseinszustand der von einer Absicht geleitet wird zuverlässig und direkt reale Dinge wie meinen Programmiercode beeinflussen und mit ihnen interagieren kann. Komplexe logische Probleme können ohne Anwendung eines rationalen Prozesses gelöst werden. Irgendwie konnte eine nicht messbare subjektive Erfahrung durch eine Art Bewusstseinsoperator (im mathematischen Sinn) in ein zuverlässiges wissenschaftliches Werkzeug verwandelt werden. Seeehr interessant!

Im Vergleich zu konzeptuellen Konstrukten wie Gerechtigkeit und Liebe schienen veränderte Bewusstseinszustände und ihre objektiven Resultate messbar, wiederholbar, und halbwegs gut definiert. Sie waren eher wie Wissenschaft, die zugänglich ist für Forschung und Experimente. Wenn man in einem veränderten Bewusstseinszustand ist kann man diese Dinge dort immer anwenden – ähnliche Aktionen produzieren ähnlich Ergebnisse für alle Experimentierenden. Ich war nichts besonderes. Ich war wie jeder andere. Ich fragte mich ob auch noch andere veränderte Bewusstseinszustände existierten und was man mit ihnen machen könnte. Ich war neugierig – es ist meine natur, neugierig zu sein.

Meine Realität erweiterte sich. Ich fügte folgende Feststellung hinzu: „wenn etwas gut definiert und wiederholbar funktionell ist (wenn es nutzbringend und zuverlässig von jedem innerhalb einer bekannten operationalen Realität) dann muss es real sein.“ Es schien sinnvoll, dass nur reale Dinge funktionale Operanden innerhalb und für eine operationale Realität. Wie könnte etwas was nicht real ist Dinge beeinflussen, die real sind? Laut Definition haben Dinge die nicht real sind keine messbare Auswirkung in einer operationalen Realität, können mit dieser nicht interagieren und haben deshalb auch keine Relevanz für reale Dinge.

Meine Meditation hatte einen messbaren objektiven Effekt, das wusste ich, und ein Duzend anderen hatten das ebenfalls genau bemerkt, auch wenn sie nicht verstanden warum das so war. Für mich war es sonnenklar und vollkommen offensichtlich. Das war keine subtile Auswirkung die von einem weichhirnigen Nichtwissenschaftler missverstanden wurde. Das war keine Halluzination. Ich wusste was ich wusste. Wie viele andere mir noch, wenn überhaupt, zustimmten war irrelevant. Ich hatte volles Vertrauen in meinen Geist und meine Wissenschaft.

Ich begann andere verbreitete veränderte Bewusstseinszustände zu analysieren, beispielsweise Tagträumen. Waren Tagträume (selbstgesteuerte Imagination oder absichtliche bildhafte Phantasievorstellungen) funktional? Natürlich! Wieso habe ich das nicht früher entdeckt? Die Manschen haben sich seit Anbeginn der Zeit auf alle möglichen dinge Mental vorbereitet. Zum Beispiel kann sich jemand wiederholt im Geiste auf eine Rede vorbereiten, er kann Argumente darlegen und imaginäre Fragen einbringen. Die Kriterien für Relevanz sind: ist es gleichbleibend funktional, hilft es tatsächlich jemandes Effizienz in einer objektiven Realität zu verbessern und sind diese Effekte messbar? Unser Beispiel über geführte Imagination würde ein klares ja in allen Punkten erhalten.

Fragen sie irgendeinen erstklassigen Athleten ob eine fokussierte bewusste mentale Vorbereitung wichtig für seinen oder ihren Erfolg ist. Eine mentales Bemühen im Kontext eines bestimmten veränderten Bewusstseinszustand muss etwas reales repräsentieren weil es reale Effekte produziert die sowohl universell als auch spezifisch sind für diesen spezielle mentalen Zustand. „Verändert“ wurde definiert als andersgeartet als normal. „Normal“ meinte hellwach und fokussiert in der physischen Welt – wie sie während sie dieses Buch lesen. Jeder veränderte Bewusstseinszustand hat seine Funktionalität. Tagträume sind ein spezifischer Typ eines veränderten Bewusstseinszustands. Von allen möglichen veränderten Bewusstseinszuständen sind alle, die keine allgemeingültige und gleichbleibende Funktionalität haben, laut Definition nutzlos und deshalb irrelevant. Es waren nur die nützlichen die in meiner neuen erweiterten Realität willkommen waren, das waren diejenigen, über die ich mehr wissen wollte.

Reale, aussagekräftige Dinge müssen nun entweder objektiv messbar sein oder zuverlässig und vorhersehbar mit realen Dingen interagieren. Das war eine große Erweiterung meiner realen Welt. Das Wort „objektiv“ heißt, das diese realen Dinge sowohl für mich als auch für andere algemeingültig und konstant existieren müssen. Sie müssen unabhängig von mir existieren, egal ob ich existiere oder nicht. Andere (möglicherweise sogar jeder) müssen genauso in der Lage sein, die selben Messungen vorzunehmen und die selbe messbare Auswirkung feststellen. Sonst würden es ja nur meine privaten Halluzinationen sein und nicht ein Teil einer größeren Realität die wir alle teilen.

Als ich realisierte, dass der Anwendungsbereich dieser Realitätsdarstellung viel größer war als ich ursprünglich angenommen hatte, fragte ich mich ob es andere subjektive Erfahrungen gab die wiederholbare objektive und messbare Resultate hatten. Wo waren die Grenzen? Wie viel mehr an Realität, die ich verpasst hatte, gab es da draußen? Welche anderen realen und funktionalen Prozesse des Geistes versteckten sich noch hinter meiner beschränkten Bewusstheit. Ich war für mehr als zwanzig Jahre vollkommen blind für einen wesentlichen Teil meiner Realität. Dieser Gedanke war eine harte Nuss und lastete schwer auf mir.

Dass ich unachtsam, aus purer Ignoranz, meiner operativen Realität eine massive Beschränkung übergestülpt hatte, war inakzeptabel, unentschuldbar, und mehr als demütigend. Welche anderen bedeutsamen Teile meines Lebens verpasste ich? Ich musste diese Antwort finden. Einfach etwas hinzunehmen was mir vorgegeben ist ohne an die Grenzen dessen zu gehen ist mir völlig fremd. Mein Geist war gezwungen sich wegen der unbestreitbaren Fakten zu öffnen und das Ergebnis war, dass dies mich von meiner philosophischen Besserwisserei herunterholte. Mir wurde klar, dass es viel über das Leben und die Realität gab das ich nicht wusste. Die Arroganz wich in dem Maße, wie Offenheit und Neugierde wuchs.

Ich habe meinen philosophischen Ansatz in den dreißig Jahren, die inzwischen vergangen sind nicht besonders verändert. Meine Definition die heute eine reale Erfahrung ausmacht bleibt im Wesen die gleiche. Jede glaubwürdige Konzeption von Realität muss eine subjektive Erfahrung einschließen die wiederholbar und allgemeingültig zu einer nützlichen objektiven (für jeden messbaren) Funktionalität führt.

Viel später wurde es auch offenkundig, dass meine Ausweitung der Realität über einen gewissen Anfänger-Level hinaus auch ein persönliches Wachstum erforderte. Ich musste die Qualität meines Bewusstseins erhöhen um das erweiterte Bild zu verstehen. Ungekehrt half mir das Verständnis des erweiterten Bildes zu wachsen. Beides arbeitet Hand in Hand.

Mein Reise begann ziemlich naiv. Es ist interessant, dass, obwohl sich nichts geändert hat was meine allgemeine Philosophie betrifft, sich der kontinuirliche Fluß unglaublicher Lernerfahrung sich stetig beschleunigt hat. Mein Verständnis der Realität fährt fort sich aktiv zu erweitern.


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Ist dieser Monroe verrückt?

„Get a job!“ (Such dir Arbeit) stimmt ein populärer Song meiner Jugend an. Jeder muss irgendwann raus aus der Schule. Ich war fast siebenundzwanzig und war permanent in der Schule seit ich fünf war. Nach meiner abgeschlossenen Forschung, nahm ich meine erste Arbeit an bei der ich die klassische Physik auf die Simulation elektromechanischer und elektromagnetischer Systeme anwendete. Ein richtiger Job mit einem richtigen Gehaltsscheck –stellen sie sich das vor! Ich fuhr fort mehr oder weniger regelmäßig zu meditieren und hatte herausgefunden, das sich das Mantra nicht länger benötigte. Etwas Erfahrung und Versuche zeigten, dass jedes zweisilbige sinnlose Wort, das mit „ing“ endet (einem schwingenden Ton) genauso gut funktionierte wie irgendetwas anderes, einschließlich dem supergeheimen Mantra, dass mir gegeben wurde. Es gab nichts mystisches oder magisches, es war nur eine Methode die Gedanken zu kontrollieren indem man den ansonsten aktiven Verstand mit Füllmaterial besetzte. Nichts als Wissenschaft und Technik – es brauchte keine Bananen oder Taschentücher.

Schließlich schien es dann so, das die Wiederholung des Mantras mich eher behinderte und langsamer machte, deshalb verwarf ich es. Der Meditationszustand war nun so vertraut, dass ich augenblicklich in ihn eintreten, und genauso schnell wieder zurückkehren konnte. Dieser Grad der Kontrolle war bei der Arbeit recht praktisch. Ich konnte meditieren, fand Lösungen, und kehrte zurück ohne dass jemand vermutete dass ich etwas ungewöhnlichtes machte. Für den Rest der Welt schien es, dass ich in tiefe Gedanken versunken war. Dass ich ein entkörperter Bewusstseinspunkt in der Leere dahintreibend war - vollkommen aus ihrer Realität entschwunden, mit keiner Restwahrnehmung ihrer Realität – blieb mein Geheimnis. Manchmal versuchte jemand mich zu kontaktieren während ich weg war. Für sie war es so als ob sie einen toten Körper kontaktieren wollten. Es ist unnötig zu erklären, dass ich den Ruf bekam etwas exzentrisch zu sein – mit einer ungewöhnlichen Fähigkeit mich zu konzentrieren oder einer ungewöhnlichen Fähigkeit im Sitzen zu schlafen – niemand wusste genau was es war.

Mein Boss Bill Yost war ein toller Kerl. Er war intelligent – ohne Schnickschnack, kein Schwachsinn, keine Hintergedanken, ohne Taktgefühl – ein Ingenieur durch und durch. Brillant, aufrichtig und unkompliziert – das ist der Persönlichkeitstyp mit dem ich am leichtesten in Beziehung treten konnte. Eines Tages kam Herr Yost zu meinem Schreibtisch und warf mir ein Buch hin. Ich fing es in der Luft und las den Titel. Reisen außerhalb des Körpers, von Robert A. Monroe. „Was ist das?“, fragte ich überrascht, wegen der ungewöhnlichen Thematik.

„Lies es,“ sagte er „und sag mir dann was du darüber denkst.“

Wenn ihr Boss sagt, „Lies es“, dann lesen sie es einfach, sie fragen nicht warum.

Ich las die Reisen während der nächsten Tage. Das Buch war wie ein Tagebuch zusammengestellt. Es war der „das ist mir passiert“ Typ von Geschichte in der Monroe behauptete, dass er ernsthafte Beweise für die Existenz von außerkörperlichen Erfahrungen hatte. Die Erfahrungen und der Beweis, dass sie real waren wurden als Tatsachen dargestellt, die mit keiner Theorie oder einem Glaubenssystem verbunden waren. Es war ein wildes Konzept, eine mehr oder weniger unabhängige Realität die nur durch den Geist erreichbar war. Da ich bereits erste Erfahrungen mit veränderten Bewusstseinszuständen hatte war ich vielleicht etwas offener als der durchschnittliche Wissenschaftler, aber nicht leichtgläubig. Ich wusste was für mich real war und meine Messdaten (Erfahrung) enthielten nichts dergleichen.

„Es war recht interessant,“ sagte ich meinem Boss, „aber ich weiß nicht was ich davon halten soll. Ist der Typ (Monroe) irre, versucht er Bücher an Naivlinge zu verkaufen oder hat er recht?“ fragte ich rhetorisch. Ich fuhr ohne Pause fort: „wie kann man herausfinden was dahinter steckt? Wenn seine Geschichte wahr ist und man das glauben kann, eröffnet sich ein neuer Aspekt von Realität den ich bis jetzt nicht in Betracht gezogen hatte. Das würde definitiv eine großartige Sache sein! Aber bis hierher hört es sich einfach nur wild an und ich sehe keine Möglichkeit den Wahrheitsgehalt zu beurteilen.“

Nachdem ich das wie Schnellfeuer, fast ohne Atempause aus mir herausgeprasselt war holte ich tief Luft und wartete auf eine Antwort. Ich beobachtete meinen Boss sehr genau um herauszufinden ob ich mich durch meine zu große Offenheit zum Narren gemacht hatte.

Als Student war ich daran gewöhnt die richtige Antwort geben zu müssen. Sollte ich es als einen Haufen Unsinn verdammen oder als hohe Wahrscheinlichkeit in Erwägung ziehen? Ich hatte keine Ahnung was sein Standpunkt dazu war. Er gab mir dazu keine Hinweise. Ich arbeite als Zivilist für eine militärische Organisation, es war 1972 und die Leute hier waren sehr konservativ. Ich war der langhaarige Jungphysiker mit leicht verrücktem Blick der erst kürzlich das Studium beendet hatte. Ich war gerade dabei mich dafür zu entscheiden, dass meine Offenheit ein politischer Fehler war als Herr Yost schließlich zu sprechen anfing.

„Ich stimme mit Ihnen überein,“ sagte er nachdenklich. „Es ist ein wildes Konzept, stimmts?“

„Ja das ist es,“ stimmte ich zu, „sehr wild“.

„aber stellen sie sich vor, was das bedeuten würde wenn es wahr wäre,“ fuhr er mit einem Enthusiasmus fort, der zeigte, dass er ernsthaft darüber nachgedacht hatte. Ich antwortete nicht darauf. „Denk darüber nach,“ sagte er. „Was würde es logisch bedeuten, wenn es wahr wäre – wenn die Nachweise real wären und nicht erfunden?“

„Ja“, sagte ich, „ziemlich komisches Zeugs – aber wie wollen sie jemals herausfinden ob es wahr oder erfunden ist?“ Er nickte zustimmend und wechselte das Thema. Das war das Ende der Angelegenheit. Kein weiteres Wort über die Reisen für ein paar weitere Wochen.

Ich hatte Monroes Buch fast vergessen und es aus meinem Verstand gestrichen, als etwas was nie logisch bestätigt oder dementiert werden würde und deshalb irrelevant war.

„Wollen sie mit uns mitkommen um Monroe zu besuchen?“ fragte mein Boss als wir allein waren.

„Häh?“ brummelte ich, weil ich gerade die Verbindung nicht machte.

„Es gibt eine Gruppe von uns, hier in der Arbeit, die Monroe besuchen werden. Sie wissen schon, der Typ der Reisen geschrieben hatte - diesen Freitag nach der Arbeit. Wollen sie mit uns kommen?“ fragte er.

„Wo?“ fragte ich zurück.

„Gleich außerhalb der Stadt etwas fünfundvierzig Minuten von hier,“ schoß es aus ihm mit einem aufgeregtem Unterton heraus. „Sicher,“ sagte ich. „Ich würde diesen Typ wirklich gerne treffen um zu sehen ob er verrückt oder zurechnungsfähig, aufrichtig oder ein Gauner, Wahnvorstellungen hat oder vernünftig ist.“ „Ich auch,“ sagte Yost und zwinkerte mir zu, „Ich auch!“


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Auge in Auge mit dem Zauberer von Whistlefield

Schließlich war es Freitags am späten Nachmittag. Während unsere Kollegen nach Hause ins Wochenende gingen, zwängten sich zwölf von uns in drei Autos, für den Ausflug zu Monroe. Ich kannte diese Leute nicht. Ich war ein relativ neuer Mitarbeiter in einer Firma die etwa fünfhundert Leute beschäftigte. Wir waren eine seltsame Truppe, Männer und Frauen, junge und alte, sehr konservative, meist typische professionelle Techniker Typen. Wir waren nicht die Sorte Menschen von denen man erwarten würde, dass sie darauf brennen würden Mister Out-of-Body näher zu kommen. Ich war beeindruckt, dass es so viele aufgeschlossene Menschen gab wo ich arbeitete. Wie immer erforderte alles Unerwartete eine sofortige Neubewertung. Ich nahm an, dass sich, weil ich mein Leben ausschließlich unter hardcore Wissenschaftlern während der letzten sieben Jahre verbracht hatte, meine Menschenkenntnis etwas schräg wurde. Es waren ganz klar systematische Fehler in meinem Berechnungsalgorithmus. Das war ein ernsthaftes Problem. Innerhalb einiger Sekunden machte ich einen provisorischen Plan zur Fehlerbeseitigung in meinen Annahmen und machte eine mentale Notiz in der ich mir vornahm diese Menschen näher zu betrachten.

Die meisten waren skeptisch, eine der Frauen war etwas verängstigt, jeder war enthusiastisch und keiner hatte eine Ahnung was wir erwarten sollten. Alle quasselten endlos und nervös dahin. Die Szene erschien mir hyperaktiv und irrational. Wie üblich sagte ich nichts. Ich konnte das nicht vermischen und die aufsteigenden Emotionen oder Ängste nicht zuordnen. Ich verstand diese Leute nicht. Ihr Leben schien von zufälligen irrationalen Gefühlen bestimmt, oder zumindest angetrieben zu sein. Sie waren seltsam beeinflusst von Unsicherheit.

Zu dieser Zeit hatte ich keine Ahnung, dass sie diejenigen waren, die eigentlich normal waren. Die Jahre auf der Universität und der Mangel an sozialer Interaktion mit der Mainstream Gesellschaft haben meine Vorstellung von Normalität etwas aus der Mitte verschoben. Ich dachte, dass Spock normal war und der Rest der Enterprisebesatzung hoffnungslose, auf ewig glückliche, Weichhirne. Ich seufzte auf, „das wird eine irre Nacht,“ dachte ich mir, „mit all diesen irren Leuten auf diesem irren Ausflug um einen Irren zu besuchen.“ Wie sich herausstellte war es, außer für die anderen Mitreisenden, gar nicht so irre und es veränderte mein Leben für immer.

Bob Monroe lebte auf einem Anwesen, das Whistlefield genannt wurde. Etwa 200 ha Felder, Seen und Wälder. Ein großes ländliches Herrenhaus das elegant auf einem Hügel gelegen war, umgeben von einem halben Dutzend Pferden, einer Scheune und zwei kleinen Seen. Es schien mir, das Herr Monroe ein relativ wohlhabender Gentlemen aus den Südstaaten war. Wir fuhren langsam eine von frisch in weiß gestrichenen Zäunen gesäumte Auffahrt entlang, die etwa eine halbe Meile lang war. Ein paar Pferde trotteten mit uns mit. „Wau ist das klassisch,“ dachte ich. „Der Typ ist kein armer übergeschnappter Irrer, das ist sicher.“ Meine Analyse fuhr fort: „Mit verrückten Büchern verdient man nicht so gut, es scheint nicht so, dass Naivlinge ihres Geldes wegen hinters Licht zu führen nicht die naheliegende Motivation ist.“ Nichtsdestotrotz verschob ich die abschließende Bewertung bis ich diesen Mann mit eigenen Augen gesehen hatte.

Schließlich blieb das Auto vor dem Haus stehen. Mehrere große Hund sprangen heraus, zwei Dalmatiner und ein großer deutscher Schäferhund gaben energisch bellend Alarm, dass Eindringlinge in der Einfahrt waren. Meine Mitreisenden dachten es wäre besser im Auto zu bleiben bis bewiesen war dass die Hunde freundlich wären.

Unsinn! Diese Leute waren so komisch, wie verängstigte Kinder. Ich fragte mich was denn passiert war dass sie so geworden sind. Hunde bellen Fremde an weil das Hunde eben so machen – das heißt nichts. Schnell sprang ich aus dem Auto um Hallo zu sagen und ein paar Ohren zu kraulen.

Ich wurde sofort von ein paar nassen Zungen und wedelnden Schwänzen umringt. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie führten sich auf als ob sie wochenlang nicht gestreichelt worden wären. Ich war froh aus dem überfüllten Auto raus zu sein, umgeben von rationalen Wesen die wussten was sie waren. Ich fühlte mich gleich wieder im Gleichgewicht.

Ich sollte vielleicht noch klarstellen, dass aus dem Auto zu springen weder mutig noch töricht war – diese Hunde waren offensichtlich freundlich. Was ich nicht verstand war, das diese Tatsachen nicht für alle offensichtlich war. Ich vermutete, dass ich entweder mit Leuten reiste die mit Hunden nicht vertraut waren oder, dass die Angst einer Person mit einem Hundeproblem die restlichen beeinflusste.

Nun kam jeder aus den Autos und schauten sich fragend um was nun zu tun wäre. „Vielleicht hätte ich nicht diese alten Jeans anziehen sollen,“ sagte eine der Damen besorgt – sie war offenbar etwas verschüchtert von der Klassik des Monroe Anwesens. Alle drei Frauen fummelten reflexartig in ihren Handtaschen um frisches Make-up. „Warum machen sie das immer?“ wunderte ich mich im stillen. „Haben sie immer noch nicht herausgefunden dass es keinen Unterschied macht?“ Ich war immer erstaunt und amüsiert wenn Menschen innerlich von offensichtlichem irrationalen Verhalten getrieben waren.

Seit vielen Jahren war ich neugierig auf die Grundursachen der „kulturellen Geisteskrankheiten“ – diese absurden, unlogischen Verhaltesweisen die unsere Kultur als Normal bezeichnet. Einige davon, einschließlich dem „Make-up Drang“, sind vollkommen gutartig, andere rangieren von milden Störungen bis zu schrecklicher Destruktivität. Ich kam zu dem vorläufigen Ergebnis, dass die Schlüsselmotivationen kulturellen Wahnsinns auf Angst basieren und emotional getrieben sind. Ich konnte mich mit beiden nicht identifizieren. Nichtsdestotrotz wusste ich intuitiv dass es nichts gutes Bedeutete und es nicht gerade für einen hohen Level an Rationalität in unserer Gesellschaft sprach. Ich war neugierig und machte mir sorgfältige mentale Notizen wenn so etwas zum Vorschein kam. Ich fühlte mich nicht überlegen. Ich hatte auch nicht den Hang zu vergleichen. Ich war ein unabhängiger Beobachter mit einer unersättlichen Neugierde – das ist alles. Ich war bloß etwas anders, nicht besser und nicht schlechter als andere. Es schien als wäre ich als ewiger Außenseiter geboren worden, aber ich mochte es so wie es war. Außenseiter haben eine objektivere und unabhängigere Sichtweise. Als Wissenschaftler war nichts wichtiger als logische Klarheit und Objektivität. Anders zu sein und die Sichtweise des Außenseiters zu haben war im allgemeinen sehr komfortabel für mich – Ich sah es als Vorteil. Es war mir recht angenehm.

Meine geistiger Ausflug in die Charakteristik und Ursprünge unlogischen sozialen Verhaltens wurde plötzlich von etwas wichtigeren in den Hintergrund gedrängt. Die Große weiße Türe des Whistlefield Landsitzes schwang auf. Alle Konversationen wurden mitten im Satz abgebrochen. Alle drehten sich um in stiller Erwartung. Der eine und einzige, der unglaubliche Out of Body Man, war dabei vor unseren Augen zu Fleisch zu werden. Wir würden alle bald wissen ob der Kerl durchgeknallt war oder nicht.

Herr Monroe trat aus dem Eingang heraus. Für eine Sekunde oder zwei erschien er ganz leicht zögerlich - wie jemand der genau wusste dass er gleich untersucht und bewertet werden würde wie ein frisch gefangener Außerirdischer oder ein sonderbares Tier im Zoo. Er blickte über die Menge von namenlosen Gesichtern, die in still anstarrten. Nach der kurzen Pause trat er nun vollends auf die elegante offene Steinveranda voller Selbstvertrauen und in einer soliden Präsenz. Er trug keinen weißen Anzug mit passenden Hut und schmaler Krawatte wie Col. Sanders ( der einzige Südstaaten Gentleman der mir gerade einfiel). Stattdessen sah er gemütlich, locker und freundlich aus, eher wie die Hunde, als das Haus.

Robert Monroe war ein stämmiger Mann mittlerer Größe, mit einem breiten Lächeln und einem Blitzen in seinen Augen. Man entspannte sich schon wenn man ihn nur ansah. Er begrüßte jeden von uns persönlich, wie ein erfahrener Politiker – und er machte kleine Witzeleien und Scherze dabei. „Dieser Typ könnte der Nikolaus sein,“ dachte ich belustigt. „ein munterer alter Elf – der den Sommer damit verbringt Pfefferminzlimonade auf der Veranda seines Landgutes zu schlürfen.“

„Wegen was grinsen sie so?“ fragte er gutgelaunt als sich seine Aufmerksamkeit auf mich richtete.

Er schaute mich direkt an mit einem wissenden verschmitzten Lächeln. Für einen Moment hatte ich das Gefühl, dass er meine Gedanken gelesen hatte und ihn meine Vorstellung vom Monroe Nikolaus erheiterte.

„Ach nichts“ erwiderte ich und wischte die Frage so weg. Bevor er reagieren konnte reagierte ich auf sein Manöver sofort mit einer eigenen Frage. „Wie und wann sind sie das erste mal aus ihrem Körper gegangen?“ fragte ich. Bis jetzt war niemand so direkt gewesen. Ich konnte nicht anders. Plötzlich wurde alle ruhig und konzentriert, jeder lauschte gespannt.

„Es passierte einfach,“ sagte er. „Es fing vor etwa fünfzehn Jahren aus keinem ersichtlichen Grund an.“

„Wie reagierten sie auf diese Erfahrung?“ fuhr ich ohne Pause fort.

„Ich dachte dass ich verrückt werde,“ sagte er. „Es machte mir anfänglich Angstaber ich konnte nicht anders als damit weiter zu experimentieren – das liegt in meiner Natur.“

Er hatte Psychologen, Psychiater und Parapsychologen konsultiert. Alle diagnostizierten eine grundsolide geistige Normalität, worauf er sich besser fühlte und es gab ihm Selbstvertrauen. Monroe schien unbeabsichtigter Weise in einen veränderten Bewusstseinszustand gestolpert zu sein, welcher ihm einen Zugriff auf einen erweiterte Realität gab und wo er zusammen mit Parapsychologen erstaunliche beweisbare Daten unter kontrollierten Bedingungen produzierte. Da es keine schädlichen Auswirkungen auf seine geistige Gesundheit hatte, war er ermutigt seine ungewöhnlichen Erlebnisse weiterzuverfolgen, aufzuzeichnen und schließlich zu kontrollieren.

„Welcher Art sind ihre beweisbaren Daten?“ fragte zurück.

„Das meiste steht in dem Buch,“ sagte er, „Das meiste dreht sich um Fernwahrnehmung.“

„Was genau ist Fernwahrnehmung?“ fragte ich.

„Die Gewinnung von Informationen auf paranormalem Wege, indem man in einem außerkörperlichen Zustand zu einem Ziel geht um dort Informationen zu sammeln – ohne ihren Körper so wie er ist mitzunehmen.

„Ah ich verstehe,“ sagte ich kleinlaut, weil mir gerade klar wurde, dass ich eine dumme Frage gestellt hatte deren Antwort eigentlich hätte offensichtlich sein sollen. Meine kurze Pause gab den anderen die Chance sich in meine private Konversation einzumischen. Keiner war mehr schüchtern.

Gegend Ende des Abends zeigte uns Monroe eine Einrichtung, die er bald als Laboratorium, das der Erforschung veränderter Bewusstseinszustände gewidmet war, nutzen wollte. Es mir klar, dass er verzweifelt versuchte das was ihm passiert war zu legitimieren. Er wollte das Stigma des verrückten beseitigen und es durch die Anerkennung einer wissenschaftlichen Akzeptanz ersetzen. Er war ernst, seriös, und gewillt, sein Geld in das was er versprach zu investieren.

Er wollte nicht angeben oder abzocken, er war echt interessiert in richtiger Wissenschaft. Er wollte echte Bestätigung, und nicht Aufmerksamkeit erregen, Geld oder Ruhm. Er war ein erfolgreicher örtlicher Unternehmer. Zusätzlich war er Geschäftsführer einer aufstrebenden TV-Kabelgesellschaft und erschien mir vollkommen zurechnungsfähig, intelligent, kontrolliert und konservativ. Das Beste war dass er der rationale Typ war. Er hatte die Persönlichkeitsstruktur eines Ingenieurs. Er war unkomplizierter und intellektuell präziser – weniger emotional getrieben – als die meisten technischen Experten, die ihn gerade mit Fragen bombardierten. Die Qualität der Befragung war ziellos, und doch war er höflich und geduldig. Wenn man nicht gewusst hätte, das er ein Buch über außerkörperliche Erfahrungen geschrieben hatte, wäre man nie aufgrund der Umstände, seiner Erscheinung oder seines Auftretens darauf gekommen.

Dann kam ein Angebot dem ich nicht wiederstehen konnte. Er ließ den Blick über unsere Gruppe schweifen während wir auf der hinteren Terrasse des im Entstehen begriffenen Labors standen und forderte uns heraus: „Ihr seid technisch wissenschaftliche Typen oder?“ frage er rhetorisch. Wir nickten alle und murmelten unsere Zustimmung, während wir uns fragten was als nächstes kommen würde. „Ich suche ein paar hartgesottene Wissenschaftler und Techniker,“ fuhr er fort. „Jemanden mit bester beruflicher Anerkennung und Erfahrung, der mir hilft echte, sachgerechte Wissenschaft zu betreiben, die von anderen Wissenschaftlern akzeptiert werden kann.“ „Deshalb hat er uns eingeladen,“ dachte ich mit wachsender Spannung, „Großartig!“

Meine Hand schoss hoch – ein Reflex der in über zwanzig Jahren als Schüler und Student konditioniert worden war – Ich konnte nichts dagegen machen. Es schien dass ich mit den Armen an meiner Seite nicht auf eine Frage antworten konnte. Monroe sah mich direkt an und war von meiner winkenden Hand amüsiert. Ich fühlte mich etwas albern, zog meine Hand zurück und sagte: „Ich bin Physiker und ich bin sehr interessiert an ihren Forschungen über veränderte Bewusstseinszustände. Wenn sie mir beibringen, was sie über außerkörperliche Erfahrungen und veränderte Bewusstseinszustände wissen, helfe ich ihnen dabei helfen anerkannte wissenschaftliche Forschung zu betreiben.“ Sofort kam eine Stimme von der anderen Seite der Terrasse.

„Ich bin Elektroingenieur und ich würde gerne mit ihnen arbeiten... wenn sie versuchen mir beizubringen was sie wissen.“

Ich beugte mich vor um zu sehen wer da sprach. Es war ein junger Kerl, vielleicht etwas älter als ich, aber nicht viel. Ich kannte ihn nicht. Er war nicht in dem Auto in dem ich hergefahren war. Monroe sah uns aufmerksam an. Eine lange bedeutungsvolle Pause folgte in der er die Situation einschätzte und seine Möglichkeiten auslotete. Alle waren ruhig und warteten was als nächstes passieren würde.

Ich glaube, dass Monroe einen älteren, anerkannteren Wissenschaftler bei der Mitarbeit in seinem Labor vorgezogen hätte. Jemanden reiferen, der bereits einen unzweifelhaften Ruf hatte – mit bereits bestehender Glaubwürdigkeit. Aber wir wussten beide dass diese Zielgruppe wahrscheinlich weder interessiert, noch bereit waren nur für einen Austausch von Informationen zu arbeiten. Wenn sie bereits berufliche Anerkennung erreicht hatten, dann hatten sie auch diese Anerkennung zu schützen, und würden sich niemals erlauben mit so einem extremen Randgebiet Verbindung gebracht zu werden – so weit weg von der Sicherheit der Masse. Wissenschaftler sind entgegen dem Bild das sie in ihren eigenen Presseveröffentlichungen zeichnen nur Schafe einer etwas anderen Art. Alle Glaubwürdigkeit kommt von Begutachtungen und die namhaftesten Experten der Wissenschaftlichen Kommune würden veränderte Bewusstseinszustände und außerkörperliche Erfahrungen als intellektuelle Lepra behandeln. Monroe war bisher mit dem Kopf voran in eine Wand aus Engstirnigkeit gerannt, deshalb suchte er vermutlich nach Akzeptanz und Achtung.

Er sah schnell seine Chance das Beste daraus zu machen. Schließlich brach er das lange Schweigen, „Welche Abschlüsse habt ihr?“ Dennis Mennerich der andere Freiwillige hatte einen Master Abschluss in Elektrotechnik. „OK“, sagte er vertrauensvoll, „wir machen den Deal! Ruft mich in ein paar Tagen an und wir vereinbaren ein Treffen.“ Er ratterte eine Telephonnummer herunter. Das Thema wechselte. Ich hörte auf genauer hinzuhören. Ich wurde so aufgeregt, wie jemand wie ich nur werden konnte – soll heißen ich fühlte eine milde Welle der Vorfreude.

Wo würde das hinführen? Was konnte er uns wirklich beibringen? Wie würde er versuchen uns etwas beizubringen? Welche wissenschaftlichen Verfahren währen anwendbar? Welche Art von Daten würden wir sammeln? Was würden wir messen? Fragen über Fragen strömten durch meinen Geist. Was wenn es sich als Schwindel herausstellt? Wenn ich herausfinden sollte, das er nicht an wirklicher Wissenschaft interessiert ist würde ich mich schnell und höflich aus dem Staub machen, ganz einfach.

Der Abend hatte sich besser entwickelt als ich dachte. Ich würde veränderte Bewusstseinszustände studieren – etwas was ich schon seit mehr als einem Jahr machen wollte, aber nie wusste wie ich es anstellen sollte. „Das könnte eine großartige Gelegenheit sein,“ dachte ich. „Nun, erst mal abwarten was passiert, wenn überhaupt etwas passiert.“

Ich wusste es zu dieser Zeit noch nicht aber mein Leben stand vor einer großen Wende. Das Seltsame und noch Seltsameres (alles streng wissenschaftlich natürlich) wurde so normal wie die Luft zum atmen.

Nachdem ein paar Tage vergangen waren rief ich die Nummer, die ich auf ein Papierschnitzel, das ich in jener Nacht hastig auf Monroes Veranda beschafft hatte, gekritzelt hatte, an.

Es war dunkel, wir waren draußen und zu diesem Zeitpunkt schien die Nummer klar. Ich wählte erneut. Es hob niemand ab. Ich versuchte es später, wieder antwortete keiner. Am nächsten Tag war es das Gleiche, genauso wie am darauffolgenden Tag. Keine Antwort. Keine Antwort. Keine Antwort. Ich lies es für den Rest der Woche sein. In der nächsten Woche probierte ich es wieder. Keine Antwort. Ich dachte, dass die drei vielleicht eine acht sei und probierte das. Keine Antwort. Ich rief die Auskunft an – Monroe hatte eine Nummer die nicht gespeichert war. Ich lies es für ein paar Tage erneut sein. Zwei Wochen waren seit unserem Besuch vergangen. Ich versuchte es mit der drei und mit der acht ... Stop... jemand begann zu reden... Meine Güte es war nur ein Anrufbeantworter! Der Anrufbeantworter erwähnte aber keinen Namen. Ich hinterlies eine Nachricht. Nichts passierte, keiner hat zurückgerufen.

Ein paar Tage später beschloss ich es noch einmal zu versuchen. Ich war so überrascht als eine Frauenstimme ein höfliches „Hallo“ sagte, dass ich eine Sekunde brauchte um mich darauf zu konzentrieren was ich als nächstes zu tun hatte – eine Person aus Fleisch und Blut! Wow! Ich fragte ob ich Herrn Monroe sprechen könnte.

„In welcher Angelegenheit wollen sie ihn sprechen?“ fragte sie höflich.

Ich war platt. „Ist das Robert Monroes Haus?“ fragte ich.

„Ja,“ sagte sie, „wer sind sie?“

Mit einem Gefühl großer Erleichterung, dass es mir gelungen war den Kontakt herzustellen erklärte ich ihr schnell wer ich war und sagte ihr dass Herr Monroe mich bat ihn in ein paar Tagen zurückzurufen und dass dies aber nun schon vor zweieinhalb Wochen war.

„Warten sie kurz,“ sagte sie.

„Vielleicht ist er froh endlich etwas von mir zu hören,“ dachte ich. Ich stellte mir vor dass er vielleicht dachte ich hätte meine Absicht geändert. Er schien etwas aufgeregt und sogar etwas ängstlich, dass sein Labor endlich eingerichtet und zum Laufen gebracht würde.

„Hallo,“ sagte die Stimme am anderen Ende der Leitung ohne ein Anzeichen von Vertrautheit.

Vielleicht hat sie ihm nicht gesagt wer ich war, schlussfolgerte ich. „Hier ist Tom Campbell,“ sagte ich, „wir haben uns vor ein paar Wochen auf der Terrasse ihres Labors unterhalten, ich bin der Physiker, sie baten mich sie anzurufen.“

„Was?“ sagte er. „Physiker? Welcher Physiker sind sie?“

Was war das denn für eine Frage? Aus seinem Ton schloss ich dass er offensichtlich nicht wusste wer ich war und dass er sich nicht mehr an unsere Abmachung erinnerte – oder gab er es nur vor? Er saß offensichtlich nicht herum und machte sich Sorgen weil ich nicht früher angerufen hatte. Ich erzählte ihm detaillierter über unseren Besuch und das Angebot dem er zugestimmt hatte.

„Ach der Physiker,“ sagte er in dramatischen Tonfall. „was ist ihr Name noch mal?“

Ich sagte ihm meinen Namen ein zweites Mal.

„Da war doch noch ein zweiter Kerl dabei, nicht wahr?“

„Ja da war noch einer dabei – sein Name ist Dennis.“ Antwortete ich knapp und wartete.

„Wieso kommen sie nicht nächsten Donnerstag,“ sagte er nach einer kurzen Pause.

„Das würde mir passen,“ antwortete ich, „ ich werde Dennis fragen und sage es ihnen dann.“

„Kommt einfach,“ sagte er, „du brauchst es mir nicht noch sagen – kommt einfach um sieben zum Labor – du und Dennis – ist das ok?“

„Sicher,“ sagte ich etwas verwirrt.

„Weißt du wie du hierherkommst?“

„Ja,“ sagte ich, „ich kann kommen, wir sehn uns kommenden Donnerstag um sieben abends beim Labor.“ Ich machte eine kurze Pause um sicherzugehen das es kein Missverständnis gab.

Er murmelte ein „OK“ , hörte sich leicht verärgert an weil er sich meine Wiederholung der Abmachung noch mal anhören musste und hing ein.

„Woher will er wissen ob Dennis nächsten Donnerstag Zeit hat und kommen möchte?“ fragte ich mich. Ich wusste es bis jetzt auch nicht. Wie konnte er so sicher sein? Er schien nicht besonders begierig sein loszustarten. Oder... hat er eine Schraube locker? „Diese Unterhaltung war nun wirklich eigenartig,“ grübelte ich. Bald werde ich es vielleicht gewohnt sein, dass Monroe etwas unkonzentriert ist und Dinge auf paranormalem Wege weiß.

Er hatte keine Schraube locker, er war immer einen Schritt voraus und er hatte üblicherweise recht. Im Gegensatz zu mir musste er nicht auf die Fakten warten.

Am nächsten Morgen erzählte ich es Dennis. „Kein Problem,“ sagte er.

Ich berichtete ihm das es den Anschein hatte dass Monroe wüsste dass er am Donnerstag kommen konnte. Wir sahen uns an und zuckten mit den Schultern. „Wenn du mir das gestern oder irgendwann letzte Woche gesagt hättest, dann hätte ich nicht gekonnt,“ fügte Dennis nach kurzem Nachdenken hinzu, „aber es hat sich heute morgen geändert und ich habe keine Terminkollision.“

Das wird ein interessantes Abenteuer – ich fühlte es.

„Wer fährt?“ fragte Dennis.

Ich wollte mit meinem Motorrad fahren. Willst du mitkommen?“

„OK,“ sagte er, „ich habe einen eigenen Helm weil ich vor einigen Jahren auch ein Motorrad hatte.“

„Ich habe eine große Vierzylinder Honda – da sind zwei Leute kein Problem.“

„Großartig,“ antwortete er, „das wird Spaß machen.“

„Er ist ganz schön mutig,“ dachte ich. „Ich kenn den Kerl kaum, er kennt mich nicht, und er fährt als Beifahrer auf einem Motorrad mit mir? Vielleicht nur ein einziges mal,“ schmunzelte ich. Er beschrieb mir den Weg zu seinem Haus und ich versprach ihn um 6:15 abends abzuholen.


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Das Abenteuer beginnt

Der Weg nach Whistlefield war eine Mischung aus Autobahn und Landstraße. Das Meiste der Strecke war eine nagelneue, kaum befahrene Autobahn. Ich liebte mein Motorrad. Ich liebte Geschwindigkeit. Ich liebte Beschleunigung. Ich liebte das Gefühl von fein kontrollierter roher Gewalt und ich liebte die Präsenz, das Gefühl lebendig zu sein, im gegenwärtigen Moment fokussiert zu sein, das man auf einem schweren Motorrad bekommt. Du, das Bike, die Umgebung, und dein Geschick – ein eng zusammengehörendes Paket – ein gemeinsames Schicksal. Das macht Spaß. Mit Dennis als Beifahrer beschloss ich konservativ zu fahren, nicht über fünfundachzig Meilen pro Stunde, nahm ich mir vor. Es wäre nicht verantwortungsvoll, höflich oder freundlich mit dem Leben anderer rücksichtslos umzugehen.

Mit 120mph war mein Motorrad grundsolide und weich wie Seide. Es wurde gebaut um schnell zu sein und ich war süchtig danach. Ich hatte Motorräder gefahren seit ich ein Teenager war. Bei diesem Motorrad war es Liebe auf den ersten Blick – das größte, das beste, das schnellste. Dennis war furchtlos. Er beschwerte sich nicht und ist nie erschrocken – außer einmal als die Antriebskette abriss währen wir mit 80 Meile dahinbrummten und er beinahe ein paar Finger dabei verlor. Ein beinaher Verlust, aber wenn man jung genug ist um unsterblich und unbesiegbar zu sein, dann ist knapp daneben auch vorbei – als wäre nie was gewesen. Dennis war immer bereit und entspannt. Zu zweit auf diesem zuverlässigen heißen Eisen, verkürzten wir die Reisezeit nach Whistlefield auf weniger als eine halbe Stunde.

Nachdem wir den einführenden Kennenlern-Datenaustausch absolviert hatten, wurden schnell Ablaufpläne ausgearbeitet und Abläufe eingeführt. Dennis und ich gingen zwei oder dreimal pro Woche ins Labor und manchmal auch am Wochenende. Ungefähr eine Stunde lang bauten wir die Ausrüstung auf, löteten Leitungen, entwarfen und bauten Messgeräte – Einfach gesprochen zogen wir Kabel und rüsteten den Platz so aus das ein Labor daraus wurde. Nach einer Weile kam Monroe zu uns ins Labor und der wirkliche Spaß begann.

Unter der Anleitung von Bob Monroe begannen Dennis und ich eine systematische Erforschung veränderter Bewusstseinszustände. Wir arbeiteten konstant an gleichbleibenden, wiederholbaren, beweisbaren Erfahrungen. Nach ein paar Stunden der Untersuchung lud uns Bob in sein Haus ein um mit uns zu diskutieren, zu plaudern, neues zu planen oder um andere Forscher zu treffen die auf ähnlichen Gebieten arbeiteten. Seine reizende Frau Nancy unsere immer korrekte, höfliche, und sympathische Gastgeberin nahm oft an unserer Diskussion teil. Dennis und ich hatten so leuchtende Augen und waren so quicklebendig in unserer hartnäckigen Jagd nach den äußeren Grenzen der Realität, dass unser konstanter Zustand des totalen Staunens sie Nacht für Nacht ohne ende amüsierte.

Es schien, als ob Bob jeden im Lande kannte der irgendwelche ungewöhnlichen Untersuchungen oder Erfahrungen machte. Sie alle kamen irgendwann nach Whistlefield um Bob zu treffen und mit ihm die Ergebnisse ihres individuellen Erfolges zu teilen. Bob war wie ein Magnet innerhalb dieser unzusammenhängenden Kommune aus Spitzenforscher, Experimentatoren und freischaffenden Spinnern, wegen seiner gradlinigen und aufrichtigen Art und seiner wunderbaren offenen Geisteshaltung. Es wurden in Whistlefield keine Luftschlösser gebaut. Wegen Bobs Ansehen und dem Betrieb und der Reputation des Labors kam eine beständiger Strom von ungemein interessanten Besuchern. Ich war beeindruckt, dass so viele intelligente und nüchterne Menschen, manchmal mit beeindruckenden Erfolgen, dieses Forschungsgebiet so ernst nahmen. Das waren keine ausgeflippten Drogensüchtigen die ihre Gegenkultur durchziehen wollten. Bob hatte eine Nulltoleranz gegenüber dieser Sorte. Er wollte seine Rechtschaffenheit nicht in Mitleidenschaft ziehen indem er mit Drogenkonsum in Verbindung gebracht wurde. Darüber hinaus war Bob aber für fast alles offen was von jemanden ernst genommen wurde. Offen und skeptisch – er wollte harte Fakten sehen – Behauptungen waren interessant aber nie ausreichend.

Die meisten Besucher waren seriöse Fachleute mittleren Alters die nach ernsthaften Antworten auf ernsthafte Fragen suchten. Hauptsächlich suchten sie Bestätigung und echten Nachweisen. Es gab auch hin und wieder die Groupies die ihre Glaubwürdigkeit steigern wollten indem sich mit Bob und seinen Forschungserfolgen in Verbindung bringen wollten und ein paar wollten ihn mit ihren ungewöhnlichen Talenten beeindrucken. Für diese Gruppe hatte Bob wenig Geduld. Höflich aber bestimmt setzte er die Angeber und die nichts beizutragen hatten vor die Türe.


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Die Wissenschaft veränderter Bewusstseinszustände

Das Laborgebäude enthielt, neben anderen Räumen einen Kontrollraum und drei Isolationskammern. Eine der Kammern war mit einer totalen elektromagnetischen Abschirmung gebaut worden, damit das Feld der Erde und andere Streustrahlung den Effekt den sorgfältig kontrollierte elektromagnetische Felder auf veränderte Bewusstseinszustände habe könnten nicht verdünnt oder übersteuert. Jede Kammer war so gebaut dass sie die maximale sensorische Deprivation wie möglich bot und sie waren mit dem Kontrollraum über Ton und einer Menge Messgeräte verbunden.

Ich borgte mir unbenutzte hochentwickelte und teure elektrostatische Messausrüstung und Tonsignalerzeuger aus und Bob kaufte ein komplettes EEG (Elektroenzephalograph) und ein professionelles Audio Mischpult. Yost brachte ein Voltmeter mit extrem empfindlichen Eingangsscheinwiderstand. Dennis und ich entwickelten und bauten ein Gerät um die elektrische Leitfähigkeit der Haut zu verfolgen. Es dauerte nicht lange und wir hatten ein angemessen ausgestattetes Labor um zu arbeiten, auch wenn es Lötperlen über den ganzen Fußboden verteilt hatte.

Wir führen Messungen an Bob und an uns durch. Eines Tages hatte Bob aus seinen persönlichen Studien der Außerkörperlichen Erfahrungen (OOBE) abgeleitet, dass er eine 4Hz Schwingung in seinem Bewusstsein und seinem Körper wahrnahm, direkt bevor er seinen Körper verlies und manchmal auch nachdem er wieder in ihn zurückkehrte. Experimente zeigten, dass bei einer mit Messinstrumenten versehenen Person die während dieses Rhythmus beobachtet wurde, die am EEG aufgezeichneten Gehirnwellen, welche von mehreren Elektrodenpaaren gemessen wurden, ungewöhnlich kohärent (gleichphasig) waren, gesamt synchronisiert, und auf 4Hz moduliert waren. Die Leitfähigkeit der Haut begann ebenfalls bei 4Hz zu oszillieren. Bob wusste intuitiv, dass der Zustand in dieser Schwingung der zentrale Punkt unserer Untersuchungen war und legten los ihn zu wiederholen, einzufangen und ihn konstant zu halten, nach Bedarf und kontrolliert.

Eine Literaturrecherche brachte ein paar wissenschaftliche Studien der Außerkörperlichen Erfahrung, auch bekannt unter Astralprojektion, zutage. Ein halbes Dutzend hoch angesehener, glaubwürdigen medizinische und technische Experten hatten die außerkörperlichen Erfahrungen bereits jahrzehntelang untersucht, hauptsächlich während der Wende des letzten Jahrhunderts. Ein Buch von Dr. Hereward Carrington und Sylvan Muldoon das 1929 von Samuel Weiser aus New York mit dem Titel The Projection of the Astral Body veröffentlicht wurde, vermutete, dass die Zirbeldrüse dabei irgendwie beteiligt ist. Die Bücher Astral Projections: Out Of Body Experiences, von Oliver Fox und The Study und Practice of Astral Projection von Dr. Robert Crookall (University Press 1960) stimmten mit der Meinung überein, dass die Zirbeldrüse die außerkörperlichen Erfahrungen beeinflusste.

Wir waren in der Phase der Operation wo wir systematisch testeten und wir probierten alles mindestens einmal aus. Dennis und ich probierten alle ungewöhnlichen experimentellen Gerätschaften zuerst an uns selbst aus. Nur nachdem wir getestet hatten wie es uns beeinflusste und wir von dem Nutzen und der Sicherheit überzeugt waren probierten wir es an anderen aus um eine erwiterte Probe zu bekommen – Freunde, Besucher, Passanten, jedem, wir waren nicht wählerisch. Wir suchten etwas was mit allen und jedem funktionierte.

Hier ein Beispiel, wie wir versuchen die Zirbeldrüse mit 4 Hz zu schütteln: Wir bauten einen riesigen Kondensator mit 2 ft2 ‚(ca. 0,18m2) um ein einheitliches und sarkes elektrisches Feld zu erzeugen. Wir waren voller Engagement und Hingabe auf der Jagt nach unserem Ziel- mal ein Risiko einzugehen war kein Problem. Während ein 250.000 Volt, 4Hz Wechselstromsignal auf die Platten übertragen wurde, steckte ich meinen Kopf zwischen die Platten und versuchte einen funktionierenden veränderten Bewusstseinszustand zu erreichen. Ich blieb ungefähr eine Stunde dazwischen und experimentierte mit verschiedenen Spannungen und Frequenzen bei verschiedenen veränderten Bewusstseinszuständen, wobei ich hoffte, dass einen Resonanzeffekt auftrat der eine drastische Auswirkung auf meinen Bewusstseinszustand hat. Plötzlich begann ich mich benebelt zu fühlen. Mein Kopf begann gefährlich zwischen den Metallplatten zu wackeln. Das Experiment wurde gestoppt. Ich hatte fast drei Wochen lang schreckliche Kopfschmerzen.

Wir arbeiteten mit Negativ-Ionen-Generatoren um einen kontrollierte Grundlage zu schaffen und benutzten Volmeter mit ultrahohem Eingangswiderstand um die wechselnden elektrischen Potentiale die von einem Körper in einem veränderten Bewusstseinszustand im Vergleich zum Normalzustand generiert wurden. Wir haben den dynamischen Aufbau statischer Aufladung um unsere Köpfe mit ausgeliehenen Geräten gemessen, während wir uns in verschiedene Gehirnwellenkonfigurationen, die mit dem EEG gemessen wurden, hinein und herausbewegten.

Es mag ein so aussehen als ob sich verrückte Wissenschaftler mitternachts in ihrem Labor in den Bergen abschuften, aber wir waren genauso ernsthaft, besonnen, und zielstrebig wie unsere Kollegen, die überall in den Universitäten an traditionellen Problemen arbeiteten. Wir waren sehr sorgfältig was unsere wissenschaftliche Arbeit betraf. Unsere Methodologie war gut. Waren wir zurückhaltend und konservativ? Nein wir waren nicht zurückhaltend. Wenn es irgendeine sinnvolle Chance gab Wissen zu sammeln dann ergriffen wir sie. Wir hatten einen starken Antrieb ehrliche Antworten zu finden – reale, beweisbare, wiederholbare Resultate. Wir wollten es wissen und das war die Chance unseres Lebens um es herauszufinden. Wir waren furchtlos in unserem Streben nach Wahrheit, weil die Risiken vollkommen unsichtbar für uns waren – manchmal ha die Naivität und freche Enthusiasmus der Jugend seine Vorteile.

Zwischenzeitlich, während Dennis und ich in und am Laboratorium arbeiteten führte und lehrte Bob uns das Nichtphysische zu erfahren und zu erforschen. Er führte uns in einen Tiefentspannungszustand, dann benutzte er Visualisierungen um unsere Gedanken zu fokussieren und unsere Aufmerksamkeit zu zentrieren – unseren Körper und die Umgebung loszulassen. Diese Übungen produzierten verschiedene Bewusstseinszustände die ähnlich dem Meditationszustand waren, den ich mit TM zu erreichen gelernt hatte. Bob dachte dass sich im Zwischenzustand zwischen Schlaf und Wachbewusstsein Chancen lägen. Wir übten an dieser Schwelle entlang zu gleiten. Wir legten den Körper schlafen und blieben gleichzeitig geistig bewusst. Schließlich wurden wir richtig gut drin und wir brauchten nicht lange diesen Zustand zu erreichen. Nachdem wir einen grundlegende Kompetenz in der Definition und dem Erreichen eines halben Dutzends von Bewusstseinzuständen entwickelt hatten, begannen wir die Funktion jedes dieser Zustände zu untersuchen und mit ihnen zu experimentieren. Jeder Geisteszustand hatte seine eigene einzigartige Funktionalität – Dinge die man machen konnte, Fähigkeiten die man hatte, während man in dem jeweiligen Zustand war.


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Der Durchbruch

Eines Tages, während der arbeit, besuchte mich Dennis und zeigte mir einen Artikel, den er in der Oktoberausgabe von 1973 im Scientific American gefunden hatte. Es war ein kurzer Artikel von Gerald Oster mit dem Titel „Hörbare Schwebungen im Gehirn“ in dem er ein Phänomen beschrieb das „Binaurale Schwingung“ genannt wurde. Man beschallt einfach das eine Ohr mit sagen wir 100Hz und das andere mit 104Hz und sie nehmen einen Ton mit der Frequenz von 4Hz war zusätzlich zu den 100Hz und 104Hz Tönen. Dennis wartete bis ich es gelesen hatte. „Lass uns das im Labor probieren,“ sagte er. „Sicher, warum nicht?“ Antwortete ich. Dennis hatte schon seit einigen Monaten Informationen über das Binaurale Schwingungs Phänomen gesammelt und hatte ein Audiotape mit binauralen Schwingungen produziert, damit wir damit experimentieren konnten. Wir hofften, dass die Schwingungsfequenz, die im Gehirnbalken zwischen den Gehirnhälften auftrat, die Gehirnwellen verändern würden.

Dennis Intuition war richtig. Die binauralen Schwingungen beeinflussten offensichtlich unsere Bewusstseinszustände. Während der nächsten Woche erbettelte, liehen und kauften wir die notwendige Ausrüstung um unser Experiment auszubauen. Bob war für ein oder zwei Wochen verreist, deshalb experimentierten wir auf eigene Faust mit den Auswirkungen von Binauralen Schwingungen auf veränderte Bewusstseinszustände. Nach einer Woche systematischen Ausprobierens waren wir von den Möglichkeiten noch begeisterter. Der Effekt war gewaltig. Es war ein Fakt, dass wir mit den binauralen Schwingungen die Gehirnwellen einstellen konnten, was wir mit dem EEG gemessen hatten. Die Auswirkungen auf die Bewusstseinszustände waren dramatisch. Bob kam zurück und wir begannen weiter zu testen, zu was diese Technologie in der Lage war. Die gute Nachricht war, dass wir durch systematisches Ausprobieren den Effekt nach dem wir suchten signifikant verbessern konnten. Die noch bessere Nachricht war, dass es schinbar bei jedem anderen ganauso gut funktionierte wie bei uns. Nun hatten wir die Technik, mit der wir Menschen, die nicht trainiert waren, nach Belieben, auf Anforderung und mit gleichbleibenden Ergebnissen in spezifische veränderte Bewusstseinszustände bringen konnten.

Wir konzentrierten uns auf die 4Hz und produzierten ein Set Audiotapes die den Hörer in etwas führte was Bob Nichtphysische Realität (NPMR Nonphysical Matter Reality) nannte. Physische Realität (PMR Physical Matter Reality) enthielt meinen Körper, das Labor, das Haus in dem ich wohnte und meine Arbeit in der ich den Tag verbrachte. Einmal in NPMR angekommen begann der Spaß. Dort hatten wir das Potential, Beweise zu sammeln, die auf einer viel größeren bandbreite von Stichproben beruhten. Als wir mehr Erfahrungen mit mehr Menschen gesammelt hatten, verbesserten wir die Effizienz der Audiotapes kontinuierlich. Nach etwa 8 Monaten waren wir bereit für die Welt uns auf die Probe zu stellen. Bob gab bekannt, dass wir ein eine beschränkte Anzahl von Versuchskaninchen brauchten, um unsere binaurale Schwingungs Gehirnwellen-Veränderungs-Technik auszuprobieren mit der wir die Projektion des Bewusstseins ins Nichtphysische in Form eines bewussten einsatzfähigen Wesen ermöglichten. Die Resonanz war überwältigend.

Bob buchte daraufhin alle Zimmer im nahegelegenen Tuckahoe Motel. Das Management des Tuckahoe, das schon mal bessere Zeiten gesehen hatte, erlaubte uns Leitungen durch das ganze Haus zu ziehen. Dennis und ich hatten eine Menge zu tun vor dem großen Wochenende, an dem sich herausstellen würde ob unsere Technik so effizient war wie wir dachten. Wir erwarteten ungefähr zwanzig absolut naive Probanden – und wir hatten vor es dabei zu belassen indem wir ihnen absolut gar nichts erzählten. Wir wollten ihre Reaktionen und Erfahrungen nicht in eine bestimmte Richtung lenken indem wir irgendwelche Erwartungshaltungen erzeugten.

Mobile Messeinrichtungen und Audioanlagen für große Gruppen zu beuen war eine Herausforderung. Wir konnten unseren Zeitplan kaum einhalten obwohl wir über drei Wochen lang die Abende und Wochenenden durcharbeiteten. Mit der Hilfe von Bill Yost und Bobs Stieftochter Nancy Lea Honeycutt hatten wir die ganze Ausrüstung am Nachmitttag des letzten Tages installiert, getestet und fertig. Was für eine Panik! Parallel hatte Nancy Lea, die nach ihrem College Abschluss unserem Forschungsteam beigetreten war, alle notwendigen Vorbereitungen koordiniert und verwaltet. Irgendwie kam aber im letzten Moment alles in Ordnung. Es war die Mühe wert. Während Freitag Nacht, den ganzen Tag am Samstag und den halben Sonntag hatten die Teilnehmer eine tolle Zeit. Es passierten so viele paranormale Ereignisse dass uns während diesem Wochenende die Zeit knapp wurde alle aufzuzeichnen. Diese naiven Probanden lasen Nummern in verschlossenen Umschlägen, hatten Fernwahrnehmungen, Manifestierten Lichter am Himmel, besuchten ihre Verwandten, Lasen die Überschriften der Zeitung von nächster Woche, und vieles mehr. Es war ein Zirkus! Spaß aber strapaziös. Dennis Lea und ich leiteten die Show, während Bob am Wochenende hin und wieder auf Besuch vorbeischaute.

Wir sammelten viele solide beweisbare Daten – die Ergebnisse waren Beeindruckender als wir gehofft hatten. Danach waren die Dinge nie mehr so wie sie vorher waren. Als sich die Effektivität von Monroes Programm herumgesprochen hatte, wurde Bob mit Anfragen von allen möglichen Personen die teilnehmen wollten, überschwemmt. Bob begann zu erkennen, dass sich ein Geschäft damit machen lies, Dennis und ich zusammen mit Lea wurden nun eher Trainer als Forscher.


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Aber ist das wirklich Real?

Lassen sie uns in der Zeit zurückreisen und alles nochmals aus einer etwas anderen Perspektive sehen. Meine Verbindung mit Bob stellte eine fantastische Gelegenheit für mich dar. Durch die Jahre der Praxis konnten Dennis und ich leicht zwischen den verschiedenen veränderten Bewusstseinszuständen unterscheiden, sie erreichen, zwischen ihnen wechseln und willentlich in den normalen Zustand zurückkehren. Aber der Anfang war nicht so leicht.

Wir arbeiteten hart und passten den Rest unseres Lebens an um unsere Arbeit zu integrieren. Ich hatte mich entschlossen während der Arbeit im Labor keine Bewusstseinsverändernden Drogen in irgendeiner Form zu mir zu nehmen. Es wurde auch ohne diese gleitenden Variable in der Gleichung verwirrend genug. Ich habe auch als Student keine unerlaubte Drogen genommen weil es mir irrational erschien. Ich lebte aus meinem Verstand heraus, das war mein Weg zum Erfolg – ich wollte nichts vermasseln. Aber nun trank ich nicht einmal mehr ein gelegentliches Bier. Nicht einen Tropfen – nicht in Gesellschaft und auch anderweitig nicht. Ich wurde aus Gründen der Klarheit ein hingebungsvoller Teetrinker.

Einige Jahre später wurden auch alle Lebensmittelzusatzstoffe, Konservierungsmittel, Koffein und Zucker permanent von meinem Speiseplan verbannt. Ich dachte dass subtile natürliche Effekte möglicherweise nicht entstehen können unter dem Einfluss den diese Substanzen auf das Bewusstsein hatten. Ich hatte recht – der Unterschied war dramatisch. Der Erfolg unserer Forschungen hing von der klaren Wahrnehmung subtiler Veränderungen in unserem Bewusstsein ab. Alles was diese Wahrnehmung eventuell hätte trüben können wurde weggelassen.

Wir zeichneten Tausende Stunden der Erkundung und Erforschung der Grenzen von Realität auf, produzierten eine riesige Menge Messdaten und füllten Schachteln mit unzähligen Audiokassetten auf die jedes Wort unserer Sitzungen aufgezeichnet worden war. Der geistige Raum in dem wir übten war nichtphysisch – körperlos. Im Gegensatz zu meiner TM Meditation waren wir willentlich aktive, unabhängige Agenten in dieser größeren nichtphysischen Realität. Wir besuchten verschiedene Orte, taten Dinge, kommunizierten mit nichtphysischen Wesen. Es war spaßig aber keiner von uns konnte das wirklich ernst nehmen. Bob vermied es sehr sorgfältig den Probanden zu führen. Er spielte die Rolle des neutralen Beobachters, der nie den Hauch einer Andeutung machte was oder wie wir etwas erfahren sollten. Er wollte nicht, dass seine Erfahrungen uns beeinflussen oder leiten. Soweit wir das beurteilen konnten hatte er keinerlei Erwartungen was wir erreichen konnten oder sollten.

Bob wusste, dass, sollten wir eine erweiterte Realität wahrnehmen so wie er, wir selbst dorthin kommen mussten. Er konnte uns geleiten aber nicht führen, denn das würde die unabhängige Qualität unseres Bemühens ruinieren. Er suchte nicht nach einem Echo, er wollte wirkliche wissenschaftliche Ergebnisse. Am Anfang hatten Dennis und ich das selbe Problem. „Ist das was wir erleben real?“ fragten wir uns gegenseitig. Wie konnten wir herausfinden ob das was wir erfuhren, innerlich (wir bildeten uns das nur ein) oder äußerlich war (es hat eine Existenz unabhängig von uns)? Das war die große brennende Frage für uns beide – und genauso für Bob.

Schließlich erreichten wir ausreichend geistige Kontrolle und Fähigkeit mit veränderten Bewusstseinszuständen zu arbeiten, dass Bob der Meinung war, das wir bereit waren Beweise zu sammeln um die operative Bedeutung von dem was wir in NPMR erfuhren festzustellen. Dennis und ich freuten uns auf diese neuen Möglichkeiten und waren gewillt, die Fakten so zu akzeptieren wie sie kamen. Wir waren schon seit einiger Zeit begierig, die operative Bedeutung unserer subjektiven Erfahrungen objektiv zu testen. Bob wollte, dass wir warteten bis er der Meinung war, dass wir soweit waren. Keiner von uns war besonders optimistisch oder pessimistisch, wir wollten einfach die Wahrheit wissen. Wir waren im Entdeckermodus und offen für alle Möglichkeiten. Solange unsere Methoden fundiert waren, hatte wir die Zuversicht, dass sich schließlich genügend Resultate ansammeln würden, dass sie für sich selber sprachen.

Für Dennis und mich war eines der ersten Experimente zusammen einen Ausflug (Erfahrung) in den nichtphysische Raum zu unternehmen. Unsere voneinander unabhängigen Beschreibungen sollten korrelieren, wenn die Erfahrung real und unabhängig von uns wäre. Vom Anfang unseres Trainings an hatten wir gelernt in in Echtzeit zu beschreiben was immer wir gerade erfuhren. Über jeden unserer Köpfe war ein Mikrophon an der Decke aufgehängt. Was wir sagten wurde auf Band aufgenommen. Dennis und ich konnten uns gegenseitig nicht hören weil wir in separaten schalldichten Kammern waren.

Dennis und ich erreichten schnell den entsprechenden Bewusstseinszustand, verließen unsere Körper und trafen uns im Nichtphysischen Bereich, wie wir es geplant hatten. Es war ein langes Abenteuer. Wir besuchten verschiedene Orte, hatten Unterhaltungen miteinander und mit mehreren nichtphysischen Wesen die wir zufällig auf dem Weg trafen.

Bob lies uns eine lange Zeit in dieser Übung bevor er die Sitzung beendete und uns zurückrief. Wir steckten unsere EEG- und Hautwiederstandsmessungs- Elektroden aus und stolperten aus der Dunkelheit in das Vorzimmer des Labors.

Im Kontrollraum wartete Bob auf uns. Nachdem wir uns kurz ausgetauscht hatten wussten wir, dass es ein guter Test war weil wir beide sehr viele spezifische Interaktionen durchgeführt hatten. Aber waren es dieselben Interaktionen? Bob sah uns ohne jeden Gesichtsausdruck an. „so ihr beiden denkt dass ihr zusammen wart?“ fragte er uns und versuchte enttäuscht auszusehen. Wir schauten uns an und zuckten mit den Schultern.

„Kann sein,“ sagte Dennis vorsichtig, „zumindest haben wir es so wahrgenommen, das wir uns getroffen hatten.“

„Hört euch das an!“ sagte Bob nachdrücklich. Die Bänder waren bereits während wir unsere Elektroden abgeklemmt hatten und aus den Kammern geklettert waren, zurückgespult worden und begannen nun die Aufzeichnung abzuspielen. Die Übereinstimmung war erstaunlich. Fast zwei Stunden lang saßen wir dort mit unserem Mund offen vor Staunen, teilweise johlend und aufschreiend vor Freude und teilweise erzählten wir uns gegenseitig weitere Details. Bob grinste. „Nun, was sagt euch das jetzt?“ rief er freudestrahlend aus. Er war genauso aufgeregt wie wir.

Ich war sprachlos. Es gab nur eine gute Erklärung: DAS WAR REAL! Mein Geist suchte nach einer anderen rationaleren Erklärung. „Vielleicht machte nur einer von uns den Ausflug und der andere hat ihn telepathisch gelesen,“ sagte ich weil ich versuchen wollte alle Möglichkeiten abzudecken. Das war fast soweit hergeholt wie die erste Erklärung, aber nicht ganz.

Die unleugbare Tatsache war: Wir hatten dieselben Bilder, hörten dieselbe telepathische Konversation und erfuhren dieselbe Klarheit. „Das Ganze könnte wirklich real sein,“ sagte ich laut zu mir selbst. Dennis und ich saßen dort mit großen staunenden Augen, ungläubig, und fanden keine Worte es in irgendeiner anderen Form zu erklären. Ich sagte dieselben sechs Worte noch mal: „Das Ganze könnte wirklich real sein, wider und wieder, ungefähr fünfzig mal während der nächsten paar Tage. Ich konnte es nicht glauben. Aber ich musste. Ich war ja dabei. Es war meine eigene Erfahrung. Ich hatte es ja nicht in einem Buch über jemand anderen gelesen. Durch die Geschehnisse dieser Zeit war ich schwer beeindruckt. Man kann die Auswirkungen die so etwas hat nicht verstehen bis man es selbst erlebt hat. Ein Erfahrungswert mehr war integriert. Meine Realität war dabei noch weiter und sonderbarer zu werden.

Wir wiederholten das Experiment mit ähnlichen Ergebnissen. Es war kein Phänomen das nur von uns beiden abhing. Nancy Lea und ich teilten die gleichen erstaunlichen gemeinsamen Erfahrungen. Wir probierten auch anderes aus. Wir lasen drei und vierstellige Zahlen, die auf eine Tafel neben dem Kontrollraum geschrieben waren. Jemand schrieb diese zufällige Zahl auf und wir lasen sie während unsere Körper schliefen. Dann wurden sie gelöscht und schrieben eine andere darauf und so weite. Wir besuchten andere Orte – die Häuser von Menschen – und sahen was sie taten, dann riefen wir sie an und erzählten es ihnen am nächsten Tag um herauszufinden ob es Real war. Wir reisten in die Zukunft und in die Vergangenheit. Wir versuchten Krankheiten von anderen mit unserem Geist und unserer Absicht zu heilen weil es eine gute Technik war, mit der Energie von anderen zu arbeiten.

Wir entwarfen, generierten und testeten Werkzuge die unsere Absicht fokussierten, die wir im nichtphysischen Bereich benutzen konnten. Wir diagnostizierten Krankheiten in Menschen die wir selbst noch nie getroffen hatten, die aber jemand anderer, den wir kannten, gut kannte. Die Beweise flossen nur so herein. Nun hatten wir Hunderte von Erfahrungswerten. Später wurde die Beweisqualität der Erfahrungen oft noch wesentlich höher als am Anfang. Wir begannen subtile Unterschiede innerhalb der veränderten Bewusstseinszustände wahrzunehmen wo die Dinge gut funktionierten und wo nicht. Während der nächsten drei Jahre verfeinerten wir unsere Prozesse und verbesserten unsere Effizienz langsam. Es war der mühsame Versuch und Irrtum Prozess.

Dennis und ich waren dieselben fordernden und skeptischen Wissenschaftler wie Start dieses Abenteuers aber hatten aufgehört zu fragen ob es Real ist. Wir wussten jetzt die Antwort. Wir realisierten aber dass es jemand selbst erfahren haben musste um diesen Punkt zu erreichen. Man kann niemanden überzeugen. Man muss es einfach selbst erfahren. Alle Daten dieser Welt, ganz gleich wie sorgfältig sie erhoben wurden werden suspekt wenn man nicht selbst daran teilgenommen, und die Wahrheit aus erster Hand erfahren hat. Alte Glaubensmuster müssen erst zerbrechen bevor man anfangen kann, sich ein größeres Bild vorzustellen. Bevor man nicht von der unausweichlichen Logik einer Erfahrung aus erster Hand direkt zwischen den Augen getroffen wurde, dringt die Wahrheit nicht besonders tief ein. So war es bei mir und so ist es auch bei den meisten anderen.

Ich vermute dass Dennis und ich spätestens jetzt nachweislich sonderbar waren. Wir waren es weil wir die Wahrheit aufgrund unserer eigenen sorgfältig evaluierten Erfahrung wussten. Wir konnten nicht leugnen was wir gesehengehört und gemessen hatten – auch wen es unglaublich abgefahren war. Wir wussten wie skeptisch und anspruchsvoll wir waren. Wir wussten wie hoch unsere Anforderungen an die Beweisführung waren. Wir wussten auch dass uns möglicherweise niemand verstehen konnte bis sie diese Wahrheit selbst erfahren haben. Wenn man einmal wirkliches Wissen gefunden hat dann ist Ignoranz keine Alternative mehr – und wenn das Wissen, das sie finden, ungewöhnlich ist, dann wird das Absonderliche eine Lebensart.

Unsere Aktivitäten waren nicht nur intern. Beispielsweise wurden Dennis und ich aufgefordert als Freiwillige in Fernwahrnehmungsexperimenten in einem bekannten Traum und Schlaflabor teilzunehmen. Die Aufgabe war unter kontrollierten Bedingungen Bilder in einem anderen Raum zu beschreiben. Wie sich herausstellte war die Fähigkeit die Bilder korrekt zu beschreiben nicht das außergewöhnlichste was passierte.

Als die EEG Auswertungen von der Duke Universität zurückkamen (wohin sie für eine detaillierte Auswertung gesendet wurden) zeigten sie eine noch größere Besonderheit auf. Uns wurde gesagt, dass Dennis EEG Auswertung den höchsten Anteil an Alpha Wellen hatten die in Duke jemals gemessen wurden. Meine zeigten starke gleichzeitige Alpha und Theta Wellen, was sie in dieser art vorher noch nie gesehen hatte. Beides waren einzigartige Fälle wie sie die Duke Forscher vorher noch nie gesehen hatten weil die Spitzen so eng nebeneinander lagen. Das war besonders bedeutsam, weil die Duke Universität während den sechziger und siebziger Jahren in der Parapsychologischen Forschung weltweit führend war. Unsere Gehirnwellen waren, wie es schien, genau fokussiert auf fast nur eine spezifische, Einzelfrequenz. Wir waren nicht besonders überrascht wegen der Konzentration, stellten aber mit gebührlichem Interesse fest, dass unter Tausenden von EEG Auswertungen offenkundig einzigartig herausragten („eure Daten haben die an der Duke umgehauen,“ wurde uns von de Forschern gesagt). Wir hatten während dieser zeit schon geahnt, dass das was wir lernten und entwickelten außerordentlich effektiv war um spezifische veränderte Bewusstseinszustände zu produzieren, aber jetzt hatten wir einen Beweis der dies untermauerte – ein unabhängiges Labor in Duke hat eine physische Manifestation dieser Besonderheit bestätigt.

Wenn erst einmal die Mentale Türe unbestreitbarer Fakten aufgestoßen wurde, flutet licht in den ganzen Raum hinein. Die alten Fragten kehrten mit neuer Bedeutung wieder. Mein Realitätsbild war nun größer als ich mir ursprünglich hätte vorstellen können. Nichtsdestotrotz fragte ich mich ob es andere objektive Erfahrungen geben könnte die konsistente objektiv messbare Resultate ergeben, Wo waren die Grenzen- wie viel Realität gab es da draußen noch die ich übersehen hatte? Könnte es noch andere Bewusstseinszustände geben die sich in der Dunkelheit meiner Unwissenheit verbergen?

Ich wollte verstehen wie alles zueinander in Beziehung steht, wie alles zusammenarbeitet. Sicher gab es an der Basis eine Art Wissenschaft. Wir hatten eine Menge Daten, aber keine in sich konsistentes Modell welches das Wie und Warum des Ganzen erklären konnte – das die Zusammenhänge definierte. Wie funktioniert Realität? Was waren die Prozesse, die Grenzen und die Regeln? Wie sah das große Bild aus, in dem alle Daten konsistent waren und Sinn ergaben? Wie könnte ein Physiker mit Selbstachtung diese Fragen nicht stellen?

Bob Dennis und ich diskutierten das im Bobs Haus nachdem die arbeit im Labor erledigt war. Auf informeller Basis stellten wir fest „wie die Dinge waren“ und „wie die Dinge schienen“, aber es mangelte an tieferen Verständnis. Wir machten eine Erhebung der bereits existierenden Modelle. Sie waren meist ein Mischmasch an emotionsgeladenem, Glaubenssystem orientierten, unwissenschaftlichen Quatsch mit wenigen oder gar keinen harten reproduzierbaren Nachweisen. Das war nicht was wir suchten. Dies war eine wissenschaftliche Recherche, kein New-Age Treffen von Gläubigen.

Schließlich stießen wir zufällig auf ein Modell das in Frage kam – ein Beginn. Es war zwar nicht ganz perfekt, aber mehr oder weniger rational und überwiegend kohärent – das machte es besser als die anderen. Seine Erklärungen und Beschreibungen waren nicht vollständig, also kein Stand auf dem man stehen bleiben könnte, aber es stellte eine theoretische Basis zur Verfügung auf der man versuchsweise, mit skeptischer Einstellung aufbauen konnte. Das Modell kam zu uns in Form von Seth spricht, von Jane Roberts. Dass das Material gechannelt war stellte kein Problem für uns dar. Zu dem Zeitpunkt waren wir alle bereits persönlich vertraut mit dem Nichtphysischen und den fühlenden Wesen die sich dort aufhielten. In Wirklichkeit war es ein Vorteil. Würden sie einen Fisch über Bergtouren befragen? Nein, nicht wenn sie eine genaue und nützliche Antwort erwarten.

Wir begannen viel unserer Trainingszeit im Labor zum Test und der Interpretation von Seths Konzepten zu verbringen und zusätzlich Informationen aus unseren eigenen nichtphysischen Quellen zu beschaffen. Wir arbeiteten an diesen Themen mehrere Jahre und gewannen auf diesem Gebiet langsam an Boden. Es war manchmal verwirrend, manchmal klärend, aber immer interessant und eine klare Beweisführung war immer notwendig.

Ich arbeitet härter an diesen speziellen Realitätsmodellfragen als die anderen. Ich war der Theoretiker des Teams (was sie vermutlich auch von einem Physiker erwartet haben). Dennis konzentrierte sich mehr auf die Anwendungen (was sie vermutlich auch von einem Ingenieur erwartet haben). Bob war ein Praktiker der in erster Linie darauf bedacht war unsere Zuverlässigkeit zu pflegen und zu steigern. Bill Yost trug mit seinem Ingenieurwissen, Managementfähigkeiten und Ermutigung und Unterstützung bei. Nancy Lea erledigte viel von der täglichen Unterstützungsarbeit und wurde zu einer vollen Partnerin in unseren Erkundungen der nichtphysischen Realität (so wie auch ihre Schwester Penny Honeycutt ein paar Jahre vorher). Es war ein gutes Team.

Entlang dem ganzen Weg haben uns unsere Familien (viele von ihnen nahmen auch von Zeit zu Zeit an unseren Forschungen teil) unterstützt und geholfen und auch viele andere die hier unerwähnt bleiben. Die Forschung bewegte sich in jenen Richtung, die zur jeweiligen Zeit gerade am produktivsten schien. Bob unterstützte mehr als dass er lenkte. Er hatte das weise und wissende Lächeln aller guter Lehrer, die wissen wie man es seinen Studenten selbst herausfinden lässt. Er schaffte es über dem Tagesgeschehen zu stehen und lies es zu dass unsere individuellen Untersuchungen uns führten, wohin das auch immer sein sollte.


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Wenn heute Dienstag ist, dann muss ich gerade in der physischen Realität sein

Zwischenzeitlich steckten Dennis und ich ca. fünfzehn bis zwanzig Stunden in unsere Arbeit im Labor. Nachdem ich vom Labor nach Hause gekommen war, oft war es zwei oder drei Uhr morgens, Lag ich im Bett und übte noch das was ich gelernt hatte weiter oder fuhr mit den Experimenten dieses Abends fort. Nach zwei bis drei Stunden Schlaf ging ich zur Arbeit. An den Abenden an denen ich nicht ins Labor ging Experimentierte ich nachdem alle eingeschlafen waren, bis auf ein paar Stunden bevor ich wieder aufstehen musste und zur Arbeit ging. Ich investierte etwa fünfundvierzig Stunden um veränderte Bewusstseinszustände und eine erweiterte Realität zu untersuchen und ungefähr fünfzig Stunden für meine Arbeit und meine Familie.

Mein Sohn Eric war zu dieser Zeit etwa fünf Jahre alt. Wie viele Kinder in dem Alter hatte er oft spontane Außerkörperliche Erfahrungen (OOBE). Wir gingen zusammen aus dem Körper – ich ging zu ihm und beleitete ihn – wir hatten eine schöne Zeit. Eines Tages als wir die Ozeane erkundeten kam ein riesiger Wal auf uns zu. Als unsere Körper ohne Widerstand durch den Wal schlüpften, schlug Erics Kopf aus irgendeinen Grund gegen dessen Rippen, einer nach der anderen. Es ängstigte ihn ein etwas, normalerweise interagierten wir mit unserer Umgebung nicht. Wir kamen sofort zurück.

Eric hatte gewöhnlich eine klare und umfassende Erinnerung an unsere nächtlichen Abenteuer. Wir unterhielten uns oft am morgen darüber – es war ein riesiger Spaß für uns beide. Eine erweiterte Realität zu erforschen stellte sich als exzellente Vater/Sohn Unternehmung heraus, wenn sie auch etwas ungewöhnlich war. Bitte missverstehen sie mich nicht. Ich habe Erics zarte Ansichten nicht über den Haufen geworfen oder ihn aus dem Körper gezerrt. In einem Alter von fünf Jahren haben die meisten Kinder natürlich und spontan viele OOBEs. Ich begleitete ihn eher, damit wir zusammen gehen konnten. Es war angenehmer und unterstützend für ihn mich dabei zu haben – er wäre mit oder ohne mich gegangen. Ich war in der Lage die Erfahrungen zu strukturieren, damit sie sowohl Spaß machten als auch bildend (wie den Ozean zu erkunden).

Anstatt seine Erfahrungen als alberne Träume zu abzutun und sie zu verwerfen (die typische elterliche Reaktion), gestaltete und teilte ich sie mit ihm. Er fand dass es cool war und freute sich auf unsere Ausflüge. Schließlich ergab sich das nicht mehr auf natürlichem Wege und unsere Streifzüge in die Wildnis der nichtphysischen Realität (NPMR) endeten genauso leicht und natürlich wie sie begonnen hatten. Heute ist er Luftfahrt Ingenieur und bis heute erinnert er sich klar daran wie er mit dem Kopf gegen die Rippen des Wales schlug.

Ich war immer ein Langschläfer, neun bis zehn Stunden pro Nacht war gerade recht für mich. Da ich so viele Stunden in veränderten Bewusstseinszuständen verbrachte, während mein Körper tiefentspannt war, wenn er nicht sogar offiziell eingeschlafen war, reichten zwei oder drei Stunden pro Nacht – Nacht für Nacht – Jahr für Jahr.

In meiner Arbeit war ich außerordentlich produktiv, wurde aber seltsamer. Ich verbrachte fast genauso viel Zeit in NPMR als in der Physischen Realität (PMR) und das merkte man. Ich bekam bald den Ruf ein zerstreuter Professor zu sein. PMR und NPMR schienen sich in ein Kontinuum zu mischen und ich dachte ich konnte beide Realitäten gleichzeitig leben. Es war nicht länger von Bedeutung die eine zu verlassen und in die andere zu gehen. Nun war es eher eine Angelegenheit meinen Fokus zu ändern oder aufzuspalten. Ich lebte in beiden Realitätssystemen gleichzeitig und permanent und war dabei fortwährend bewusst, fühlend und bewusst (außer wenn ich schlief).

Zuerst konnte nur sequentiell (wenn auch schnell) zwischen ihnen umschalten. Dann lernte ich mich mit einer Sache in NPMR zu beschäftigen während ich eine Unterhaltung führte und gleichzeitig ein Auto oder Motorrad fuhr. Die meiste Zeit gab es keine Verwechslung zwischen den beiden Realitätsstrukturen, nur hier und da für ein paar Sekunden, bis ich mich dazu zwang zwischen ihnen zu differenzieren und meine Ortung bekam, war ich mitunter nicht sicher in welcher Realität ich gerade war. Beide waren gleich real, sie waren nur verschieden und funktionierten unterschiedlich. Ich begann über die Fähigkeit des Geistes zur Parallelverarbeitung zu staunen.

Während einer relativ kurzen Periode, es waren ca. sechs Monate, verbrachte ich mehr Zeit in NPMR als in PMR. Ich war ein Traumtänzer und brauchte offensichtlich einen Anker. Glücklicherweise war ich ein Physiker mit einer hohe professionelle Produktivität, also ging ich als etwas exzentrisch durch. Trotzdem erkannte ich bald, dass ich wieder eine bessere Balance zurückgewinnen musste. Mit etwas experimentieren erzielte ich die optimale Balance. Ich blieb exzentrisch aber ich brauchte keinen Vollzeit Aufpasser der mich daran erinnerte was in PMR als nächstes zu tun war.

Da die beiden Realitäten so vollkommen vermischt waren begann ich die Verbindung zwischen den beiden zu erkennen. Eines Tages im Frühling als ich zum Büro zurückging sah ich einen gold-weißen Schaum der über den Bäume eines nahem Parks angeordnet war. Ein schneller Realitätscheck (Reality Check) zeigte mir, dass ich fest in PMR war. „Wow,“ sagte ich etwas überrascht, „das ist wirklich wunderschön aber was ist das für ein Zeug?“ Bis zu diesem Zeitpunkt war ich so erstaunt von der erweiterten Realität, das normal Seltsames, seltsam normal wurde. Ich beobachtete den weißen Schaum, der eine Beschaffenheit wie Zuckerwatte hatte. Er verband alle Bäume in einer leuchtenden Masse. Es erinnerte mich an einen Hain aus Zypressen an der Golfküste die mit leuchtenden spanischen Moos bewachsen waren.

Ich fand es sehr interessant hatte aber keine Ahnung was es bedeutete. Ich fragte mich ob andere Menschen das sehen konnten. Ich versuchte so auszusehen, dass ich auf etwas starren würde. Ein paar Passanten sahen in die Richtung, gingen aber weiter ohne erkennbare Reaktion. Mir war klar dass sie nicht sehen konnte was ich sah weil das was dort zu sehen war schließlich nichts gewöhnliches war. Es war massiv und schön. Wenn andere das sehen könnten dann hätte sich eine Menge gebildet.

Ich ging in mein Büro und sah aus dem Fenster im dritten Stock um zu sehen ob der Schaum aus Licht immer noch da war. Er war da. Ich schloss meine Bürotüre und begann das Phänomen, das ich gerade wahrnahm zu untersuchen. Ich entdeckte, dass ich es verschwinden und wieder in Erscheinung treten lassen konnte, je nachdem wie ich meinen Bewusstseinszustand justierte. Innerhalb von ein paar Tagen fand ich heraus, dass dieses verschwommene Licht um alles lebende war und dass Fäden diese nichtphysischen Zuckerwatte alles mit jedem verbanden. Wie ist das bei unbelebter Materie, fragte ich mich. Ich lenkte meine aufmerksamkeit auf Gebäude, Telegraphenmasten und Stromleitungen.

Zu meinem Erstaunen fand ich ein kleineres einheitlicheres, enggeschnittenes cremefarbenes Licht um alles! Das licht um die Stromleitungen war in Bewegung und buschiger als um die Masten. Ich war konnte es nicht glauben und schaute mehrmals um sicher zu sein. Ich schüttelte meinen Kopf, schloss meine Augen und öffnete sie wieder. Was ich sah blieb das selbe. Ich nahm an dass dieses merkwürdige Licht eine Verkörperung der Lebensenergie ist. Gebäude, Telegraphenmasten, und Drähte mit Lebensenergie? Ich wusste, dass ich diese Idee verwerfen musste. Das Licht bewegte sich um die Leitungen. Ich fragte mich sofort was ich um ein elektrisches Gerät sehen würde. Würden Dinge die drinnen sind auch eine Aura haben oder hängt sie vom Sonnenlicht ab? Ich schaute auf meine Wanduhr. Es war nicht nur Licht um sie, es war sogar höchst strukturiert und in gleichmäßiger Bewegung. Ich sah auf meinen programmierbaren Taschenrechner und sah ein feinstrukturiertes komplexes Muster. Ich schaltete ihn ein und lies ihn arbeiten. Die Muster änderten sich und funkelten während er arbeitete. Nun war ich wieder vollkommen erstaunt. Was sah ich da?

Innerhalb von ein paar Tagen bemerkte ich dass Menschen eine Aura um sich hatten, die sich veränderte und funkelte wenn ihre Eigentümer mir etwas über wichtige Dinge in ihrem Leber erzählten. In einem Kino waren nicht nur einfach Menschen, sondern auch Reihen aus wirbelnden Farbformen. Ich konnte alle ausschalten oder nur einige von ihnen indem ich meinen Bewusstseinszustand veränderte. Jahre später musste ich nur mehr meine Absicht ändern.

Die Verbindungen, die Lebendes verbanden waren offensichtlich. Ich konnte buchstäblich sehen, dass alles verbunden war. Sogar nicht lebende Dinge wie Uhren und Computer hatten ihre komplexen, sich bewegenden, nichtphysischen Energiemuster. Dennis hatte nicht die selbe Erfahrung. Vielleicht weil er nicht in dem Ausmaß wie ich in die Untersuchung der NPMR und ihrer Theorie eintauchte. Ich war extrem in meinem Einsatz für den Erfolg. Wir wuchsen oft auf unterschiedliche Art und Weise zu unterschiedlichen Zeitpunkten und endeten schließlich und endlich bei den selben Erfahrungen. Wir beschäftigten uns gemeinsam mit diesen Dingen und ich diskutierte meine Wahrnehmung – Energieformen zusehen – mit Dennis als es passierte.

Eines Tages brachte er mir ein Photo von fünf Personen und warf es auf meinen Schreibtisch. „Das sind alles Sowjets,“ sagte er, „einer davon soll der führende Kopf in der Forschung über parapsychologische Fähigkeiten in der Sowjetunion sein. Welcher ist der mit den Übersinnlichen Begabungen?“

Ich hatte noch nie Bilder auf diese Art und Weis angesehen, aber mit fokussierter Aufmerksamkeit, erschienen ihre Auras genau wie bei Menschen aus Fleisch und Blut. „Das ist faszinierend!“ dachte ich. Bewusste Aufmerksamkeit ist alles – Raum und Zeit sind nicht wichtig. Wow!

„Welcher ist der mit den Übersinnlichen Begabungen?“ Fragte Dennis noch mal.

Ich sah zurück auf das Bild, tatsächlich, einer hatte einen besser entwickelten Energiekörper – besonders über seinem Kopf – als die anderen. „Dieser ist anders als die anderen,“ sagte ich und zeigte auf einen der Männer auf dem Bild. „Ich bin noch nicht sicher was der Unterschied bedeutet,“ warnte ich, „aber der ist definitiv anders als die anderen.“ Hellsehen war immer noch eine neue Erfahrung und ich wusste nicht viel über die Aussagekraft dessen was ich sah. Zu dieser Zeit formulierte ich eher grundsätzliche Zusammenhänge und hatte noch nicht darüber nachgedacht ob Auras eine spezielle Bedeutung hatten.

Dennis sah mich an und grinste. „Das ist der richtige,“ sagte er begeistert.

Ich war überrascht – Dennis wusste die Antwort. Es war ein Test! Es machte mir nichts aus, eigentlich freute es mich, ein weiterer Datensatz war integriert und ich hatte etwas wertvolles und erstaunliches über Zeit und Raum gelernt, die als eine Untermenge einer größeren Realität existierten. „Ich habe noch so viel zu lernen,“ dachte ich bei mir, und fühlte mich überwältigt Angesichts der unermesslichen Tiefe und Komplexität der Realität. Dennis verschwand wieder in seinem Büro. Ich holte tief Luft und fragte mich was wohl als nächstes geschehen würde, was wartet sonst noch da draußen darauf entdeckt zu werden? Ich fühlte mich klein, demütig wegen meiner enormen Unwissenheit. Es war mir klar dass ich noch nicht einmal richtig begonnen hatte an der Oberfläche von etwas so Gewaltigen, Elementaren und für mich noch kaum vorstellbaren, zu kratzen.

Gleichzeitig war ich wegen der Möglichkeiten aufgeregt und entschlossen, alles was möglich war, über das Wesen der Realität, zu entdecken. Ich war Physiker und Wissenschaft und Entdeckungen waren meine Leidenschaft. Ich war dazu geboren das warum und wie zu wissen. Nach zweiundzwanzig Jahren kontinuierlicher Ausbildung erkannte ich , dass ich nur eine kleine Untermenge der natürlichen Welt studiert hatte. Ich war jung, meine Lerngeschwindigkeit schien sich zu beschleunigen und die Realität war noch viel cooler, komplexer, und interessanter als ich mir je erträumt hatte. Für jemanden wie mich konnte es nicht besser kommen – ich war voller Energie und Begeisterung, jede Wahrheit zu entdecken, die durch meine Experimente bestätigt würde.


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Das Ende einer Ära

Zurück zum Labor. Während der Mitte bis zu den späten siebziger Jahren dominierte die Durchführung der Seminare alles. Wir wurden von der Nachfrage überwältigt. Von überall forderten Menschen die Tonkassetten von Bob Monroe zu erfahren – und das alles nur durch Mundpropaganda. Bob erkannte die wirtschaftlichen Möglichkeiten am Horizont. Er war Geschäftsmann, und dieses Geschäft (die Laboreinrichtung zu unterstützen) war ein konstanter finanzieller Aderlass. Vielleicht dachte er dass er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte. Letzten Endes war er erfolgreich, aber die Grundlagenforschung war nun das erste was geopfert wurde für ein paar Jahre.

Irgendwann war er allmählich wieder in der Lage die Grundlagenforschung auf einem weit höherem Level als sie vorher war, wieder durchzuführen und gleichzeitig eine oft lebensverändernde und bereichernde Erfahrung für tausende Menschen zu ermöglichen. Aber das brauchte alles seine Zeit und die Ära von Tom und Dennis die bis in die frühen Morgenstunden versuchten, die seltsamen Entdeckungen die sie machten wissenschaftlich aufzuarbeiten, war vorbei. Ihre Zeit war mit Recht vorüber, das Schicksal war außerordentlich freundlich und wir gingen als es am schönsten war. Wir waren bereit die Entfaltungsmöglichkeiten unserer Arbeit auf unsere eigene Art und Weise zu erweitern. Es war an der Zeit für uns auf eigene Faust aufzusteigen, nichts zu tun oder abzustürzen.

Am Ende stellte sich wieder einmal heraus dass Bob, wie immer, recht hatte. Er navigierte sein Schiff fehlerfrei vom vorsichtigen Stapellauf durch die heiklen Stromschnellen engstirniger Ablehnung durch die breite Gesellschaft, während er gekonnt die Untiefen einfacher, sicherer und allgemein akzeptierter Antworten vermied. Mit Bob am Steuer wurden Piratenscharlatane, die an seinem Erfolg teilhaben und seine hart erarbeitete Glaubwürdigkeit kapern wollten, durch seine hohen Anforderungen an die Beweisführung vertrieben. Durch seinen Einsatz für aufrichtige Wissenschaft, persönliche Integrität und ein intuitives Wissen das konstant und verlässlich war, optimierte er seinen Beitrag zum Wohle der Allgemeinheit.

Ich möchte nicht den Eindruck hinterlasse, dass Dennis und ich während der frühen siebziger Jahre die einzigen Forscher im Whistlefield Forschungslabor waren. Es gab auch andere die einen wichtigen Beitrag zu Monroes Gesamterfolg beitrugen. Ein paar wurden ein fester Bestandteil, die erweiterte Verbindungen von verschiedener Dauer mit uns hatten, andere kamen und gingen und tauschten nur Informationen wie Bienen die Blüten befruchten. Nancy Lea teilte den Forschungserfolg mit mir und Dennis nachdem sie den College Abschluss gemacht hatte. Sie wurde schnell ein integraler Bestandteil des Teams, sammelte Beweise, testete Konzepte und nahm an einzel- und Teamforschungen teil, und lötete sogar gelegentlich Kabel. Sie begann mehr und mehr Arbeitsbelastung zu übernehmen als Dennis und ich begannen die Grenze unserer verfügbare Zeit zu erreichen und später als wir sie dann zurückfuhren. Schließlich mussten Dennis und ich auch nach Hause zu unseren Familien. Nancy Lea übernahm die Seminardurchführung und nach ein paar Jahren erfolgreichen Aufbaus und Management des Betriebes wurde sie Direktor des Monroe Institute für angewandte Wissenschaften. Das wahrheitsgemäßere Bild ist, dass der erfolg in Whistlefield ein gemeinsamer war. Es war ein betriebsamer Ort an dem viel geschehen ist mit vielen talentierten, interessanten und engagierten Mitwirkenden.

Das Ende einer Ära muss ich zwangsläufig die Bühne der Zeit mit dem Beginn einer neuen Ära teilen. Als die Anforderungen der Aktivitäten in Whistlefield abnahmen, hatte ich mehr Zeit, den kontinuierlichen Wirbelwind der außergewöhnlichen Erfahrungen mit denen ich in Berührung kam zu integrieren und zu verarbeiten. Die Beschaffenheit von Realität, ein großes Bild, das einen Zusammenhang in den Überfluss der gesammelten Daten brachte, begann in meinem Verstand Form anzunehmen. Jegliches Modell oder jegliche Theorie musste die Gesamtheit meiner Erfahrungen, konsistent erklären und diese auch exakt enthalten – jenen Wurzeln die tiefer reichten als ich mir ursprünglich vorgestellt hatte.


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Eines Tages, vor langer Zeit

Ich habe den Leuten die sich bei mir erkundigt haben ob es möglich wäre das sie dasselbe was ich gelernt hatte auch lernen könnten, dass ,wenn ein starrköpfiger Physiker wie ich das konnte, jeder dazu fähig ist. Ich weise nochmals darauf hin, dass ich mit einem Kaltstart begann, mit keinem besonderem natürlichen Talent und lernte alles ganz von vorne, auf die harte Tour. Wenn ich es konnte können sie es auch – vermutlich sogar problemloser. Mr. Spock von der Brücke der Enterprise in die Parallelwelt zu schleppen, bei voll intakter Logik und ohne Kompromisse war ein langsamer und mühsamer Prozess. Die meisten Menschen können wesentlich schneller lernen als ich, auch wenn sie nicht die Zeit oder Neigung haben sich so uneingeschränkt zu vertiefen wie ich.

Die Aussage die oben gemacht wurde ist grundsätzlich wahr – jeder kann lernen was ich lernte – aber die heikle Tatsache ist, dass die oben gemachte Äußerung eine kleine Schwindelei enthält. Mein Start war nicht so kalt wie ich zuerst dachte. Nachdem ich vertraut wurde mit den außerkörperlichen Erfahrungen und mit NPMR, wurde mir klar dass ich diese Art von Dingen schon öfter gemacht hatte. Alte Erinnerungen kehrten kristallklar zurück, da ich jetzt das Wissen und den Durchblick hatte sie zu verstehen.

Als ich zwischen fünf und acht Jahre alt war halfen mir einige freundliche nichtphysische Wesen meinen Körper zu verlassen. Es war kein zufälliger Bubenstreich. Es hatte einen Sinn. Zuerst spielte ich damit, schlüpfte durch die Wand im zweiten Stock und sauste im Hof herum. Sie halfen mir heraus und ich spielte und segelte herum. Ich erinnere mich an das erste Mal als ich mir meiner bewusst wurde und ich etwa einen halben Meter über dem Hof auf eine große dicke Hecke zusegelte und mir klar wurde dass ich nicht wusste wie man steuerte oder stoppte. Ich fasste mir an den kopf und rollte mich ein weil ich einen schrecklichen schmerzvollen Zusammenstoß erwartete. Ich glitt einfach durch sie hindurch, und auf der anderen Seite heraus ohne mit ihr zu interagieren. Wow! Abgefahren! Das war ein Spaß.


 Ein kurzer Einschub folgt nun um ihnen zu helfen die richtige Sichtweise zu finden. Die meisten Kinder, speziell unter sechs Jahren, haben spontane voll bewusste außerkörperliche Erfahrungen. Ihre Eltern erklären ihnen dass dies nur ein bedeutungsloser Traum ist und sie vergessen es dann wieder. Diese Erfahrungen sind normalerweise nicht bedrohlich und für die Kinder ist es ein Spaß. Sie werden sich selber an ihre außerkörperlichen Erfahrungen erinnern wenn ihr Gedächtnis gut ist und die Erfahrungen aufregend waren.

Die meisten Erwachsenen haben auch spontane außerkörperliche Reisen, aber typischerweise nicht voll bewusst und deshalb werden sie nicht als solche Erfahrungen erkannt. Das Phänomen der außerkörperlichen Erfahrungen ist eher alltäglich und verbreitet als außergewöhnlich. OOBEs scheinen außergewöhnlich weil die Beschränkungen, die wir unserem Konzept von Bewusstsein und Realität auferlegen, uns zwingen viele der mentalen Funktionen, die natürlich für unsere Spezies verfügbar sind abzulehnen, und den Zweck der mentalen Aktivitäten, die im Schlaf stattfinden misszuverstehen. Es ist als wären wir mit zwei gesunden Beinen geboren worden, hätten aber nie gelernt mit ihnen zu gehen weil die Fähigkeit zu krabbeln der Fähigkeit zu gehen vorangeht, und weil jeder vollkommen an das Herumkrabbeln innerhalb seiner sozialen Strukturen, die Nichtkrabbler als Nonkonformisten und Spinner stigmatisiert, angepasst ist.


Irgendwann wurden diese hilfreichen Wesen und ich vertraut miteinander. „Wie kann ich das tun (aus dem Körper zu gehen) wann immer ich es will?“ wollte ich wissen. Sie lehrten mir mehrere Techniken. Ich übte fleißig und hatte Erfolg. Jedes mal verlor ich das Bewusstsein für ein paar Sekunden und erlangte es wieder in außerkörperlichen Zustand. „Ich möchte durchgehend bewusst bleiben,“ beschwerte ich mich, weil ich lieber unabhängiger sein wollte. „Du würdest es nicht wollen,“ sagten sie, „Während dem Übergang kreieren wir für eine kurze Zeit einen kurzen Blackout für dich um den Prozess komfortabler zu machen.“

„Ich möchte es aber trotzdem,“ protestierte ich.

Sie stimmten schließlich zu. Ich wendete sofort eine der Techniken an, die sie mir gelehrt hatten. Als das Hier und Jetzt begann in die Vergessenheit zu schwinden, begann eine vollere umfangreichere Bewusstheit aufzublühen. Aprupt begann mein Körper zu vibrieren. Die Amplitude der Vibration wurde gleichmäßig größer und größer. Mein Körper wurde formbar und wurde geschüttelt wie eine loses Tuch, das in einem Starken Wind flattert. Wow! Die Heftigkeit der Oszillation erschreckte mich. Ich kehrte sofort in die normale physische Realität zurück wo ich immer noch im Bett lag. „OK,“ sagte ich, „das probieren wir noch mal.“ Der selbe Ablauf wiederholte sich mehrere Male. Ich schnellte in die physische Realität zurück sobald die Oszillation groß, schnell und gewaltig wurde. „OK,“ sagte ich, „ihr macht das jetzt.“ Ich war fast augenblicklich im außerkörperlichen Zustand.

Sie haben gewonnen. Ich habe sie nicht weiter damit genervt, dass ich es auf meine Art machen wollte. Jetzt weiß ich dass ich reingelegt wurde. Diese gewaltige Oszillation war nicht notwendig. Sie wollten einfach nicht, dass ich zu unabhängig wurde. Ich bemerkte es als ich im außerkörperlichen Zustand war, als Erwachsener, nicht als Kind. Das war nett. Als ich zurückkam war ich wieder ein Kind. Ich hing mit meinen nichtphysischen Ratgebern fast jede Nacht herum. Sie unterrichteten mich gerne und ich lernte gerne – wir hatten eine tolle Zeit.

Eines Nachts erfuhren meine inneren Abenteuer eine unerwartete Wendung, nach der nichts mehr wie vorher war. Ohne, dass ich es wusste war Phase eins vorbei und Phase zwei war im beginnen. Ohne Vorwarnung wurde ich auf eine Reihe von Prüfungen angesetzt, welche die Qualität meines Seins bestimmen sollten. Wie hoch war meine Entwicklung als Wesen? Wie viel hatte ich gelernt und bin ich gewachsen mit der Hilfe meiner Mentoren? Wo war die Grenze meines Verstehens? Die Fragen, oder besser gesagt die Situationen konfrontierten mich mit mehreren Möglichkeiten, die zunehmend schwieriger wurden. Die erste frage war meistens verbal. „Möchtest du lieber diesen Schatz haben (ich bekam ein Bild) oder willst du lieber etwas neues lernen?“ Die Antwort war offensichtlich, Wissen war wertvoller als Waren. Es war so himmelschreiend offensichtlich, dass ich mich entschloss einen Scherz zu machen. „Ja gib mir die Knete,“ Sagte ich sarkastisch mit meiner besten Gangster Stimme. „Ich kann auch alleine was neues lernen.“ Zu diesem Zeitpunkt realisierte ich nicht, dass es die erste frage eines langen und sehr ernsthaften Tests war. Meine Welt explodierte.

ZZIIISSCCHHH!! Falsch! Ich wurde sofort an einen ganz anderen Platz gebracht.

„Er konnte die erste Frage nicht beantworten!“

„Er ist nicht bereit!“ hörte ich jemanden überrascht und enttäuscht ausrufen.

„Schickt ihn zurück!“ rief jemand anderer, „er hat den Test nicht bestanden.“

„Test?“ sagte ich, und fühlte mich ein bisschen wie Alice im Schloss der Königin. „Ich wusste nicht dass dies ein Test war. Ich machte nur Spaß, Ich wusste die Antwort, ich dachte dass jemand mit mir rumspielt indem er komische Fragen erfindet. Deshalb war ich komisch um mich zu rächen. Das Richtergremium, das meine Prüfung zu verwalten und zu bewerten hatte ging in der Zeit zurück und inspizierten meinen Verstand bezüglich der wahren Motivation – sie erwarteten offensichtlich keinen Schlaumeier.

Meine Fürsprecher wandten sich an die Richter und verbürgten sich dafür, dass ich bereit war. Ich war erleichtert, dass jemand für mich Partei ergriff. Ich wusste nicht wer sie waren, war aber froh, dass sie da waren. Der Ton wurde plötzlich heftiger, wie wenn etwas schrecklich Wichtiges vor sich gehen würde. Zwei Richter sagten „Durchgefallen ist durchgefallen, schickt ihn heim,“ während die anderen drei sagten „Führt den Test fort, lasst uns sehen was er kann.“ Ein Übergeordneter Richter wurde konsultiert. Es war beschlossen. Ich sollte eine zweite Chance bekommen. Es war offensichtlich dass einige hier mit harten Bandagen kämpften, was ich nicht verstand.

Die Lage war angespannt. Die Richter konnten sich nicht leiden es gab einen starke konkurrenzbedingte Feindschaft zwischen den beiden Gruppen. Ich wusste, dass es einen ernste Angelegenheit war aber ich hatte keine Ahnung was ich dort mittendrin zu suchen hatte. Es war klar, dass was immer dort auch vor sich ging, aus Gründen die ich nicht verstand wichtig für mich und die anderen war. Ich dankbar, das ich Gelegenheit hatte zu zeigen was ich wusste. Meine Fürsprecher, die offenbar eine lange Zeit mit mir gearbeitet hatten um mich für diesen ersten Test vorzubereiten platzten fast vor Empörung. Ihre Erleichterung war immens, dass ich eine zweite Chance bekam, aber sie blieben beunruhigt. Es war als ob ihre wichtigsten Pläne, Karrieren, und ihr guter Ruf in der Schwebe wären – und da war ich, ein etwas unberechenbarer, verkörperter, starrköpfiger Mensch.

Augenblicklich war ich wieder in der Testumgebung. Die erste Frage wurde wiederholt. Es war eine präzise Wiederholung dessen, was ich vorher erlebt hatte. Ich vermutete, dass es eine feste oder standardisierte Abfolge von Fragen war und dass sie die Serie vom Beginn an neu starten mussten, auch wenn die erste Frage und deren Antwort schon verraten wurden. Eine Frage nach der anderen und eine Situation nach der anderen wurde mir vorgesetzt. Offenbar machte ich alles richtig, weil wenn man eine falsch beantwortet ist alles vorbei. Es gab Problemstellungen die Ego und Verlangen mit sexuellen Verlockungen testeten – einige waren bizarr. Es gab die Wahl anderen zu helfen oder den eigenen Weg fortzusetzen. Sie spielten auf mein Ego und meine Gefühle an, versuchten Angst einzuflößen, und testeten wie gut ich Liebe wirklich verstand.

Schließlich war ich dann ahnungslos wie ich eines der Probleme lösen sollte. Ich versuchte zu raten worauf der Test abrupt endete. Ich war wieder in meinem Körper, wo ich mich wieder in ein keines Kind verwandelte, obgleich mein Verstand seine Erwachsene Beschaffenheit beibehielt während ich im veränderten Zustand war. „Du liebe Güte,“ dachte ich, „was sollte das denn?“ Als Kind behielt ich oft, zumindest für eine kurze Zeit, eine klare Erinnerung dessen was passierte. Aber ich identifizierte mich nicht damit. Fünf Minuten vorher wurde ich noch vor ein Richtergremium gezerrt wegen meiner unberechenbaren, schrulligen menschlichen Natur. So weit, hatte ich mich durchgesetzt. Ich musste, wie sie sagten, einen Strafregisterauszug haben der etwa eine halbe Meile lang war.

Etwa dreiundzwanzig Jahre später tauchte dieser Vorfall, der meiner Kindheitserinnerung entfallen war, wieder auf. Eines Nachmittags am Wochenende war ich in Bobs Haus, als er begann eine Trainingsübung an der ich die Nacht vorher beteiligt war zu kommentieren. Kurz nachdem ich das Gefühl innerhalb der erweiterten Realität wiedererlangt hatte begannen regelmäßige ernsthafte Trainingssitzungen, die darauf ausgelegt waren meine Effizienz innerhalb NPMR zu entwickeln. Bob war Zuschauer und beobachtete meine Leistung. Er sagte mir was ich gemacht hatte. Ich war überrascht. Nicht dass er es konnte, sondern weil er normalerweise nicht an meine OOBEs beteiligt war.

Er wusste jede Bewegung die ich gemacht hatte und begann mich wegen eines Freudentanzes aufzuziehen, den ich am Ende einer besonders schwierigen Aufgabe gemacht hatte – ähnlich wie Fußballspieler nach dem Tor tanzen. Wir lachten zusammen darüber, als er mir über einen besonders schweren Test erzählte dem er kürzlich unterzogen wurde. Er begann ihn zu beschreiben. Als er den dritten Test aus der langen Serie beschrieb stoppte ich ihn. Er wusste dass ich etwas im Schilde führte. Nun hatte ich die Gelegenheit ihn zu verblüffen.

Meine Erlebnisse vor dreiundzwanzig Jahren überfluteten wie ein überschwänglicher Strom, als er die ersten drei Tests beschrieb. Ich lies ihn warten bis ich meine Gedanken gesammelt hatte. Ich beschrieb ihm den vierten Test. Ihm blieb der Mund offen vor Staunen. Ich hatte Bob vorher noch nie sprachlos gesehen. Ich beschrieb den fünften Test. Er war verdutzt. Wir gingen den restlichen Test durch und wechselten uns bei der Beschreibung des jeweiligen Problems ab. Seltsamerweise wurde er an der selben Stelle abgeschossen, allerdings mit anderen Antworten. Offenbar hatte keiner recht, oder es war die letzte Frage. Ohne Zweifel war es ein standardisierter Test. Seit dieser Zeit habe ich mehrere andere getroffen, die dieselbe Abfolge von Ereignissen in NPMR erlebt haben, die identisch in Form und Inhalt mit den Erfahrungen waren die ich hatte.

Zurück in die frühen Fünfziger. Gleich nach diesem ersten großen Test wurde ich in regelmäßigen Trainingsunterricht gesteckt. Fast ein Jahr lang, wurde ich jede Nacht Situationen ausgesetzt, wurden Aufgaben gestellt und ich wurde von meinen Trainern weiter getestet. Mir wurde nie gesagt für was ich eigentlich trainiert wurde. Ich arbeitete hart. Nach der großen Beurteilung war, die fast in einer Katastrophe endete war ich ernsthafter. Es war eher Arbeit als Spaß. Ich lernte meinen Geist zu kontrollieren, nichtphysische Energie zu manipulieren, die richtige Wahl wegen den richtigen Gründen zu treffen, schnellzu denken und schnell zu handeln. Ich lernte Anweisungen zu folgen und alte konzeptuelle PMR Gewohnheiten zu brechen. Ich wurde Effektiv und Effizient in NPMR. Ich lernte Konzentration und Kontrolle. Nach langer Übung begann ich mich schließlich stark und kompetent zu fühlen, wie ein Athlet, der bereit war in den Wettkampf zu ziehen.

Eines Nachts gab es dann kein weiteres Training mehr. Ich würde die Anstrengung erst über zwanzig Jahre später wieder aufnehmen, ohne es zu wissen.


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Dieses Kind ist nun seltsam genug

Ich wusste es nicht, aber meine Lehrzeit im nichtphysischen würde nun für eine lange Zeit zu Ende sein. Mein Geist schaltete üblicherweise in den Erwachsenenmodus wenn ich an die Grenze zwischen Wachbewusstsein und Schlaf driftete.

Es war schon eine Woche oder länger her als meine Lehrer bei mir waren und mich zum Unterricht mitnahmen und aus mir unerklärlichen Gründen bin ich nicht alleine hingegangen. Es war an der Zeit ihn wieder anzunehmen. Ich begann aus meinem Körper zu schlüpfen, diesmal ohne Unterstützung meiner Trainer. Nun war es einfach. Ich fragte mich wo meine Lehrer waren, warum waren sie nicht gekommen?

„Na gut, das wird eine Spaß,“ dachte ich voller Vorfreude. Ich hielt einen Moment inne, „wo soll ich hingehen, was sollte ich machen?“ Mein Training war hoch strukturiert, ich war so viel Freiheit nicht gewohnt. „Vielleicht wollen sie sehen was ich alleine mache,“ dachte ich. Ich glaubte dass sie vielleicht zusahen.

Ziemlich plötzlich bremste mich jemand hart auf meinem Weg und schob mich kraftvoll in meinen Körper zurück.

„Hey,“ sagte ich, „was machst du, das kannst du mit mir nicht machen!“

„Doch das kann ich,“ kam die Antwort in einem bestimmenden autoritären Tonfall. „Tatsächlich,“ fuhr er fort, „wurde ich angewiesen diesen Verbindungsgang zu versiegeln. Es sist dir nicht länger erlaubt deinen Körper zu verlassen.“

„Wenn das ein Test ist, dann kapier ich es nicht,“ dachte ich mir während ich versuchte eine korrekte Antwort zu finden. Es war kein Test. Es waren zwei von Ihnen aber nur einer sprach. Es waren Arbeiter die ausgesendet wurden das Tor zu meinen Erfahrungen in NPMR zu versiegeln. „Seid ihr sicher dass ihr den richtigen habt?“ forderte ich sie heraus, „Das muss ein Fehler sein.“ Ich wartete während der diese Möglichkeit prüfte.

„Kein Fehler,“ sagte er während der auf seinen Arbeitsauftrag sah, „du bist der richtige.“

„Aber warum?“ flehte ich.

„Du bist ein kleines Kind, oder nicht?“ sagte er.

„Ja, aber nur mein Körper,“ antwortete ich, „das war bis jetzt nie ein Problem.“

„Du hast das was du getan hast beendet,“ sagte er sachlich. „und nun wollen sie nicht dass du zu übernatürlich aufwächst. Du weißt was ich meine. Du musst wie ein normales Kind aufwachsen um eine gesunde Persönlichkeit zu entwickeln. Zu viel von diesen Erfahrungen in der anderen Weltwürde dich seltsam machen und du würdest dich nicht angenehm in die Welt in der du aufwächst einfügen.“

„Ich kann damit umgehen,“ protestierte ich, „ich hatte bis jetzt keine Probleme damit.“

„Du hast keine Wahl,“ sagte er mitfühlend, „vertraue mir. Jetzt ist es einfach für dich weil du zu einer bestimmten Zeit jeweils nur in einer Realität bist, aber wenn du älter wirst würde es ein Problem für dich mehrere Realitäten gleichzeitig unter einen Hut zu bringen.“

Ich vertraute ihm und ich wusste intuitiv, dass er recht hatte. Ich hatte auch ekine Wahl. Er war viel stärker und klüger als ich. Ich wusste das ich keine Gedanken in seinen Geist einpflanzen konnte. Ich versuchte es nicht. „Werde ich jemals wieder die Erlaubnis bekommen aus dem Körper zu gehen? Wirst du jemals die Versiegelung dieses Tores wieder aufheben?“ fragte ich hoffnungsvoll.

„Ich weiß es nicht,“ sagte er pauschal, als wäre das nicht seine Angelegenheit.

„Kannst du es für mich rausfinden?“ flehte ich, „bitte sieh nach.“ Ich glaube nicht dass sie so etwas tun durften aber ich muss ziemlich verzweifelt und traurig geklungen haben. Keiner der Arbeiter sagte etwas, beide sahen weit in die Ferne. Es war ein langer und intensiver Blick. Plötzlich gaben beide ein lautes keuchen von sich, als ob sie gleichzeitig überrascht und schockiert waren. Sie waren für einen Moment erstaunt und blieben ein paar Sekunden still.

„Was ist los?“ fragte ich. „Was habt ihr gesehen?“ Ich konzentrierte mich um die Bilder in ihrem Geist wahrzunehmen, aber es war mir nicht möglich. „Werde ich jemals wieder durch dieses Tor gehen? Sagt es mir bitte.“ Beide Arbeiter hatten das Verhalte von jemanden der versehentlich in etwas hineingeraten ist dass er nicht wissen sollte. Beide wurden hoch konzentriert auf das was sie taten und waren jetzt in unkommunikativ und in Eile. Sie sahen sich besorgt an. Ich konnte fühlen, dass sie mehr als nur ein bisschen beunruhigt waren. Ich konnte ihre Gefühle wahrnehmen und ein paar oberflächliche Gedanken auffangen, aber die überraschenden Vorfälle, deren Zeuge sie wurden, waren sicher und vorsätzlich unerreichbar.

Wie konnte die Information, die sie unbeabsichtigter weise über meine Zukunft gefunden hatten, sie in die Klemme bringen? Ich war erstaunt. Meine Besorgnis und Verwirrung wuchs rapide. Sie fühlten die bevorstehende persönliche Krise von mir. Nach einer kurzen schnellen Diskussion informierten sie eine übergeordnete Autorität über die Situation. Ein paar andere die irgendwie mit der Angelegenheit verbunden waren wurden dazugeholt. Die Sicherheitsstufe war streng. Es wurden schnell Entscheidungen gefällt, ein Pan B wurde in Bewegung gesetzt und alle außer den zwei Arbeitern verschwanden.

Das Problem war nicht dass die Arbeiter eine Regel gebrochen hatten indem sie für mich in die Zukunft sahen, das war eine relativ unbedeutende Angelegenheit und deshalb schnell vergeben. Das Problem war, dass sie jetzt etwas wussten, dass sie nicht wissen sollten. Ich war perplex und konnte es mir nicht in meinen wildesten Träumen vorstellen was diese Beunruhigung ausgelöst hatte. „Was habt ihr gesehen... was ist das Problem... was ist los?“ fragte ich die Arbeiter in einem ruhigen ernsthaften Ton, als wären sie Mitarbeiter die aus einem unvermeidlichen Grund die vorhergehende Unterhaltung verpasst hatten. Sie brauchten noch ein paar Sekunden um das was sie taten abzuschließen, dann wandten sie sich mir langsam zu, pausierten kurz und starrten mich einen Moment lang mit belustigtem Erstaunen an. Sie sahen sich für einen kurzen Moment gegenseitig an, dann wieder mich. Wortlos schlugen sie das Tor zu. Ich war ausgeschlossen.

Wie sich herausstellte war ich nicht ganz ausgeschlossen. Ich hatte keine außerkörperlichen Erfahrungen mehr, um sicherzugehen, aber ich hatte immer noch Freunde. Ich konnte mit meinem Geist immer noch ganz einfach mit meinen Führern auf telepathischen Wege kommunizieren. Ich habe sie nicht so genannt aber das war ihre Funktion.


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Mit etwas Hilfe meiner Freunde: Wie steht es um dein Liebesleben?

Als ich aufwuchs wusste ich dass nichtphysische Wesen immer da waren um mir zu helfen. Sie passten auf mich auf und ich wusste das. Es warn nichtphysische Freunde, die älter und weiser waren und wussten was kommen würde. Ich glaube, dass viele Menschen spüren, dass sie Helfer haben. Ob man sie als eine religiöse Manifestation interpretiert (Gott, oder vielleicht Schutzengel) oder sie einfach unbenannt in der Vorstellung existieren lässt scheint in erster Linie eine Funktion des kulturellen Glaubenssystems und des Temperamentes zu sein.

Wenn ich sie benötigte, fragte ich einfach nach meinen Führern und verlies mich auf sie. Wenn ich sie nicht brauchte, vergaß ich sie einfach. Ob ich mir ihrer nun bewusst war oder nicht, sie waren immer bei mir. Zu manchen Zeiten waren sie meine Intuition, mein Glück, meine Berater, meine Kumpel, und sie gaben sich Mühe mich am Leben zu erhalten. Risiko und Wagemut waren immer zwei meiner liebsten Spielgefährten und treuesten Begleiter. Ich war kein einfacher Fall.

Mehrere male bekam ich insbesondere von diesen Führern detaillierte Informationen über meine Zukunft. Beide male als Antwort auf Fragen, bezüglich meiner Beziehung, die einen starken emotionalen und intellektuellen Inhalt hatten. Einmal als ich vierzehn war, während ich auf den Schulbus wartete, der mich nach Hause bringen sollte, fragte ich frustriert ob ich jemals ein erfolgreiches Liebesleben haben werde. Anstatt sich über meine pathetische pubertäre Verfassung zu amüsieren, begannen sie die Beziehungskarte meines restlichen Lebens zu zeichnen. Jede wichtige Beziehung, mit Bildern und detaillierter Beschreibung folgten in schneller Abfolge. Ich wiederholte es wieder und wieder im Geiste damit ich es nicht mehr vergaß.

Bis zu diesem Tag erinnere ich mich klar an das meiste dieser Unterhaltung. Genaue Vorhersagen, die zwanzig Jahre in die Zukunft reichten wurden gemacht! Wie konnten sie das? Ich weiß es nicht sicher. Ich muss eine sehr vorhersehbarer Mensch sein. Sie sagten insbesondere Voraus dass „die Eine“, die endgültig dauerhafte Verbindung (Lebensgefährtin) mit einer Frau sein wird die nun gerade zwei Jahre alt war!

„Zwei,“ platzte ich heraus, „ihr macht Scherze! Ich bin verbunden mit einem zwei Jahre alten Baby! Kommt Jungs, ich kann doch nicht so lange warten! Das ist ein Witz! Oder?“ Es war kein Witz. Das wahr nicht das, was ich mit vierzehn hören wollte. „Das ist so weit weg, wie könnt ihr das vorhersagen?“ fragte ich. Sie antworteten nicht. „Kenn ich das Baby?“ fragte ich.

„Nein,“ sagten sie, „sie ist nicht in diesem Bundesstaat.“

„Wunderbar,“ dachte ich, „für immer Mönch!“

„Es wird andere vor ihr geben,“ sagten sie tröstend.

„Ja, sicher aber sie werden nicht „die Eine“ sein schoss ich enttäuscht zurück.

„Nein sie werden nicht „die Eine“ sein, aber sie sind wichtig und notwendig,“ antworteten meine Führer geduldig.

Ich warf das Handtuch. Sie hatten nie ihre Scherze mit mir getrieben, und sie hatten soweit ich das beurteilen konnte immer recht. Mit ihren Führern zu diskutieren ist noch viel aussichtsloser als mit ihrer Mutter zu diskutieren.

Ich pausierte und lenkte meine Aufmerksamkeit nach innen. Ich begann mich an eine Erfahrung, die ich ein paar Jahre früher im Alter von zwölf hatte, zu erinnern. Ich hatte heimlich einen Blick auf das Poster des Monats eines Herrenmagazins am Zeitungsstand geworfen, während der Eigentümer Verkaufstelefonate tätigte. Außerordentlich beeindruckt von dem was ich dort gesehen hatte fragte ich mich ob ich jemals eine Frau wie diese haben werde.

Zu meiner Überraschung begann eine Antwort in meinen Geist zu strömen.

„Ja,“ wurde mir gesagt, „du wirst eine Frau haben die dieser sehr ähnlich sieht... sie wird alle deine Wünsche erfüllen,“ fügten meine Führer leicht belustigt hinzu. „Sie wird dich wirklich lieben – ihr beide werdet sehr verbunden sein.“ Mir wurde ein Gefühl für die Qualität der Beziehung vermittelt.

Wow! Dachte ich. Ich war aufgeregt – der glücklichste Kerl der Welt – weil meinen Führer immer wussten was sie sagten. Sie waren immer sicher und souverän, und sie haben nie nur geraten oder spekuliert. „Wann?“ fragte ich aufgeregt, „wann finde ich sie?“

„Wenn du fünfunddreißig Jahre alt bist,“ sagte er unbewegt.

Ich war total am Boden zerstört. „Mmmmh das ist ziemlich alt – ich finde ziemlich, sehr alt! Hast du eine Ahnung wie lange es bis fünfunddreißig ist wenn du grade zwölf bist? Es ist eine Ewigkeit!“ jammerte ich.

„Das ist halt so,“ sagten sie ohne eine Spur von Emotion. Ich hatte den Eindruck, dass sie immer noch leicht amüsiert waren über meine Reaktion.

Als diese Erinnerung in mein Gedächtnis floss, war die Verbindung sofort offensichtlich. Das zwei Jahre alte Baby und die meine Poster-Prinzessin waren ein und die selbe. „Interessant aber vollkommen nutzlos,“ dachte ich. Die unmittelbare romantische Zukunft, die mich am meisten interessierte, blieb wie bisher im Dunkeln.

Ein weiteres Beispiel geschah als ich mit einundzwanzig gerade dabei war zu heiraten, nachdem ich meinen College Abschluss gemacht hatte. Ich hatte Zweifel als eine ähnliche Erfahrung stattfand. Die Zukunft wurde entworfen. Wieder wurde „die Eine“ beschrieben und vorhergesagt. Das Problem war, dass es nicht die Person war die ich gerade in Begriff war zu heiraten! Ja ich sollte heiraten. Ja ich würde einen Sohn haben. Nein es wird nicht für immer sein. „Aber warum das jetzt machen wenn das nicht die Eine ist?“ argumentierte ich und dann fuhr ich fort, „es ist nicht fair für sie und das Kind.“

Die Antwort war klar und deutlich: „Es ist das was du tun sollst, es ist ein Teil eines größeren Plans. Heirate sie. Es ist der nächste Schritt für dich und es ist das Beste für jeden einschließlich ihr. Alles wird sich gut gehen.“ Ich tat es und es ging gut.

Alles was sie sagten trat so ein wie sie sagten dass es eintreten würde, außer ein paar Sachen am hinteren Ende der Zeitachse, die entweder über die Jahre ihre Wahrscheinlichkeit des Eintretens geändert haben (das denke ich) oder noch in der Warteschlange sind.

Für den Fall, dass sie neugierig sind, ich begann im Alter von fünfunddreißig Jahren (ich schreibe diese Worte im Jahre 2000 im Alter von fünfundfünfzig) eine Beziehung mit „der Einen“, die zwölf Jahre jünger ist als ich (sie war zwei als ich vierzehn war). Wir haben drei Kinder (genau wie vorhergesagt) die ihren großen Halbbruder Eric vergöttern. Das Leben ist gut.

Wie sie sehen, ist es nicht ganz wahr, dass ich mit TM einen Kaltstart, im Alter von vierundzwanzig Jahren, hatte. Das Leben war gut zu mir und ich hatte das meiste was ich ihnen gerade erzählt habe vollkommen vergessen. Für einen äußerst skeptischen jungen, starrköpfigen, eingefleischten Wissenschaftler, der eine konzentrierte (und relativ erfolgreiche) Anstrengung unternahm, sein System von allen Glaubessätzen zu säubern, und der ein natürliches Misstrauen gegenüber allem was er nicht direkt messen konnte hatte, schien es zu dieser Zeit sicherlich wie ein eiskalter Start.


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Jetzt geht das schon wieder los!

In den frühen siebziger Jahren wurde das Tor zur NPMR, das 20 Jahre vorher zugeschlagen wurde, wieder weit aufgestoßen. Ich war zurück in der NPMR mit der Mission alles zu verstehen – diesmal aus der Perspektive eines Wissenschaftlers. Am Ende der siebziger machten Bob und das Labor ihr eigenes Ding und ich machte das meine, unabhängig davon. Ich hatte gelernt dass die sogenannten Phänomene oder Kräfte (paranormale Vorfälle) nur ein Produkt eines gut gewählten Weges sind, und nicht das Ziel oder die Endstation. Wenn man zu fasziniert wird von den paranormalen Phänomenen kann die von wichtigeren Angelegenheiten ablenken und die weitere Entwicklung verzögern oder sogar verhindern.

Ich habe auch gelernt, dass das erweiterte Bild auf der Qualität des Bewusstseins beruht, der Entwicklung des Seins, und dass meine Erfahrungen wissenschaftlich erklärt werden können. Schließlich zeichnete sich auch ab, dass sich die Lerngeschwindigkeit erhöht. Je mehr man weiß desto schneller lernt man. Bis 1980 war ich auf der Startrampe, machte mich fertig, lernte, trainierte. Dann starteten die Dinge richtig los. Das Tempo hat sich seither nicht verlangsamt und mein Interesse und mein Engagement ließen nie nach. Auch heute noch strömen immer mehr Daten ein.

Aus einem anderen Blickwinkel gesehen, ist nichts außergewöhnlich seltsames passiert. Viele Kinder zwischen fünf und sieben Jahren haben ungewöhnliche Erfahrungen in ihren Träumen. Ich konnte mich an die meinen erinnern und sie innerhalb eines größeren Zusammenhangs verstehen. Auch andere haben ebenfalls nichtphysische Führer oder Ratgeber. In unserer Kultur tritt das manchmal innerhalb einem religiösen Denkmuster auf. Ich hatte die ungewöhnliche Möglichkeit auf einem faszinierenden Gebiet mit einem guten Lehrer zu arbeiten und ich habe das vollständig genutzt indem ich hart arbeitete und mich engagiert und gewissenhaft bemühte. Das war einfach eine glückliche Fügung (oder gute Planung) – zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, mit den richtigen Empfehlungen, dem richtigen Interesse und der richtigen Einstellung.

Ich lernte aufgrund harter Arbeit und konzentrierten Interesse und weniger aufgrund irgendetwas fantastischen, außergewöhnlichen oder verrückten. Es gab nichts magisches, kein Schlag auf den Kopf, keine Außerirdischen, keine Nahtoderfahrung, und ich fand keine mystischen Geheimnisse die in einer goldenen Urne unter dem Schutt eines uralten tibetischen Klosters vergraben waren. Es war ordentliche Wissenschaft und engagiertes Bemühen die innerhalb einer guten Gelegenheit angewendet wurden – das ist alles. Im wesentlichen habe ich mir meinen Weg bis heute erarbeitet und ich habe nichts zu bereuen. Tatsächlich fühle ich mich extrem glücklich, den weg auf dem ich bin gefunden zu haben. Das Wort „seltsam“ ist ein relatives Wort. Alles was nicht alltäglich ist, muss für diejenigen, die es nicht erlebt haben seltsam erscheinen.

Heute arbeite ich als Physiker in einer Firma die auf ingenieurtechnische Dienstleistungen im Bereich der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Raketenabwehr spezialisiert ist, und wenn sie mich sehen oder mit mir arbeiten würden, könnten sie sich nicht vorstellen dass ich auch nur ein klein bisschen seltsam wäre. Doch in einem anderen Umfeld, abseits meines Arbeitsplatzes, helfe ich die Entwicklung einer kleinen Gruppe von Studenten und anderer Menschen die daran interessiert sind die Qualität ihres Bewusstseins zu verbessern, zu führen. Ich habe gelernt mich mit meiner Umwelt in der ich mich befinde, in Harmonie zu bewegen. Da der überwiegende Teil meiner wirklichen Arbeit seinen Schwerpunkt im nichtphysischen hatte, war es leicht sich in PMR bedeckt zu halten.

Ich wurde dringend ermutigt einige der Resultate und Schlussfolgerungen meiner Untersuchungen der Realität in der wir leben zu teilen. Um das geht es in My Big TOE. Ich hoffe, da sie nun wissen, wie ich zu dem etwas ungewöhnlichen Wissen und den Erfahrungen gekommen bin, die dieses Buch ermöglichten, dass sie die ungewöhnlichen Konzepte mit denen sie sich in weiterer Folge befassen werden aus einer breiteren Perspektive sehen können. Im selben Dilemma der Analyse, in dem ich steckte (ist dieser Kerl durchgeknallt, oder was?), stecken sie nun. Ich verstehe ihr Position voll und ganz.

Es gibt keinen einfachen bzw. befriedigenden Weg die Qualität der Informationen auf denen diese Trilogie basiert z beurteilen ohne mich persönlich zu kennen. Nichtsdestotrotz hoffe ich dass der obige Bericht zumindest etwas hilft. Diejenigen, die eigene Erfahrungen haben werden Vertrautes, in dem was ich zu sagen habe, finden. Viel Glück, ich hoffe, sie haben so viel Erfolg, wie ich hatte, oder dass sie zumindest etwas nützliches lernen. Erinnern sie ich, er Beweis, genau wie der Schlüssel zum Verstehen, liegt in ihrer eigenen Erfahrung – und nirgendwo sonst.

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